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Japan: Schäden bremsen auch die Produktion des iPad 2

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Die Katastrophen in Japan haben nicht nur Hamsterkäufe in den Supermärkten ausgelöst: Hersteller bestellen bei den Zulieferern auf Vorrat, um von den befürchteten Produktionseinbrüchen in Japan nicht kalt erwischt zu werden. Die Panikkäufe haben am Freitag die Preise auf dem Spotmarkt nochmal um 10 bis 30 Prozent noch oben ausschlagen lassen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die keine langfristigen Kontrakte durchsetzen können, leiden unter dieser Entwicklung.

Zu den Unternehmen, die Lieferengpässen nicht ausweichen können, soll laut dem Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli aber auch Apple gehören. Da die Nachfrage nach dem iPad 2 noch höher war als erwartet, müsste Apple die Produktionen hierfür eigentlich noch hochfahren. Dies ist jedoch schwierig, da nach einer iSuppli-Analyse etliche Komponenten des iPad 2 in Japan produziert werden. Hierzu gehören mindestens der NAND-Flashspeicher von Toshiba, die DRAM-Hauptspeicherchips von Elpida Memory, ein elektronischer Kompass von AKM Semiconductor, das wahrscheinlich von Asahi Glass hergestellte Glas für den Touchscreen und die Lithium-Ionen-Akkus von Apple Japan. Während es für den NAND-Speicher mehrere Hersteller wie Samsung oder Micron Technology gibt und auch die DRAM-Komponenten von Samsung bezogen werden könnte, wurden die anderen drei Komponenten speziell für das iPad entwickelt und lassen sich daher nicht einfach bei einem anderen Hersteller beziehen.

Selbst wenn Produktionsanlagen nicht beschädigt sind, kommt es zu vielfältigen Behinderungen: Nachbeben lösen in den Fabriken immer wieder die automatische Abschaltung der Anlagen aus, die zerstörte Infrastruktur behindert Lieferungen von Rohmaterialien und Produkten ebenso wie die Kommunikation. Satoshi Miura, CEO der NTT Group erklärte in einer Mitteilung, es seien 879.500 Festnetzleitungen, 475.400 Glasfaserverbindungen und 6720 Mobilfunkstationen beschädigt worden. Nach umfangreichen Reparaturen waren am Freitag immer noch 305.400 Festnetzleitungen, 68.800 Glasfaserverbindungen und 1380 Mobilfunkstationen gestört. Die Mobilfunknetze von KDDI und SoftBank Mobile sollen ähnlich betroffen sein. (anm)

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