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Japanische Provider wollen Tauschbörsianern die Leitung kappen

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Vier große japanische Telekomverbände wollen in Zukunft Kunden vom Netz trennen, die sich in Tauschbörsen illegal mit Musik und Software eindecken. Den vier Organisationen gehören etwa 1000 größere und kleinere örtliche Internet-Provider an.

Nach einem Bericht japanischer Medien wollen die Unternehmen im April ein Gremium ins Leben rufen, in dem sie zusammen mit den Rechteinhabern Richtlinien entwickeln, unter welchen Bedingungen Nutzer vom Netz getrennt werden, die fragwürdiges Material anbieten.

Die Maßnahme soll vor allem die in Japan beliebte P2P-Software Winny treffen, die etwa 1,75 Millionen Nutzer einsetzen sollen. Ihr Entwickler Isamu Kaneko wurde im Jahr 2004 sogar von der japanischen Polizei festgenommen und 2006 zu einer Geldstrafe von 1.500.000 Yen verurteilt.

Bereits vor zwei Jahren versuchte ein japanischer Internet-Provider, sich von unliebsamen Kunden zu trennen, die in Tauschbörsen aktiv waren. Das für Kommunikation zuständige Ministerium sprach aber eine Verwarnung aus, weil ein solcher Schritt nicht mit dem Recht auf Privatsphäre vereinbar sei.

Nach der neuen Vereinbarung könnten Rechteinhaber die Provider selbst auf Urheberrechtsverstöße aufmerksam machen, die ihre Kunden per Mail verwarnen. Erst wenn ein Kunde wiederholt auffällig werde, könne man ihn vorübergehend vom Netz trennen und im nächsten Schritt den Vertrag kündigen. (kav)