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JavaOne: Auch Sun lässt den Tiger los

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Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz JavaOne am Montag Morgen (Ortszeit) im Moscone Convention Center von San San Francisco will Sun Microsystems seine neue Java-Version J2SE 1.5 freigeben, die nun unter dem offiziellen Namen Java 2 Standard Edition 5 daherkommen soll. Die Softwareplattform trug bisher den Codenamen Tiger -- genau wie Apples neueste Betriebssystemversion, die ebenfalls am Montag nur wenige Schritte entfernt im Westflügel des Moscone Center präsentiert werden soll. Dabei hat sich Sun-Präsident Jonathan Schwartz offenbar vorgenommen, Steve Jobs die Schau zu stehlen: Er will sogar einen leibhaftigen Tiger mit auf die Bühne bringen.

Technisch verspricht Sun mit J2SE 1.5 die bedeutendste Erweiterung der Java-Plattform in ihrem neunjährigem Bestehen. In ersten Berichten ist von einer Beschleunigung der Programmausführung auf PCs bis zum 30fachen der bisherigen Java-Umgebung die Rede. Daneben habe man sich besonders auf die Verbesserung von Sicherheitsaspekten und die umfassendere Unterstützung von Sprachen konzentriert, sagte Sun-Vizepräsidentin Ingrid van den Hoogen. Code-Erweiterungen sollen Programmierern das Debugging erleichtern und für mehr Produktivität bei der Entwicklung sorgen. Wie bereits berichtet, will Sun auch ein neues grafisches Entwicklungswerkzeug namens Studio Creator einführen. J2SE 5 wird als Bestandteil des Java Developer Kit ab nächste Woche an Entwickler abgeben. Die allgemeine Produktfreigabe soll im Herbst erfolgen.

Zweiter großer Knüller der JavaOne soll die Freigabe einer neuen grafischen Benutzerschnittstelle als Open-Source-Programm werden. Die GUI-Software war unter dem Projektnamen Looking Glass bereits einige Male in einem frühen Entwicklungsstand gezeigt worden. Es handelt sich um eine Oberfläche für das Management von 3D-Fenstern. Die Software sei noch etwa zwei Jahre von der Produktreife entfernt, meinte van den Hoogen. Sun hofft auf reichlich Hilfe aus der Open-Source-Gemeinde bei der Weiterentwicklung. Die Kalifornier haben sich bisher nach Kräften an der Entwicklung des GUI-Projekts Gnome beteiligt, das auch Bestandteil von J2SE 1.5 ist. An diesem Engagement werde sich auch nichts ändern, versprach van den Hoogen. Das Projekt Looking Glass wird unter der General Public License (GPL) erhältlich sein. Daneben überführt Sun auch das Java-3D-Programmier-Interface in einen Open-Source-Status. Diese Technologie soll allerdings der Java Community License unterliegen.

Zusammen mit mit den europäischen Mobilfunkbetreibern Vodafone und Orange will Sun außerdem die Rolle von Java im Handheld-Bau demonstrieren. Vodafone will Java als Bestandteil seiner kommenden 3G-Diensteplattform nutzen. Mit Orange plant Sun die Entwicklung einer neuartigen Bedienumgebung für kommende Handy-Generationen. (Erich Bonnert) / (wst)