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Jean-Marie Hullot – Kreativer und bescheidener Vordenker verstorben

Jean-Marie Hullot, Vordenker und Software-Ästhet, starb im Alter von 65 Jahren. Der Franzose arbeitete zweimal für Steve Jobs.

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Jean-Marie Hullot

(Bild: Joi [CC BY 2.0])

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Im Alter von 65 Jahren verstarb in der vergangenen Woche der promovierte Informatiker und frühere CTO von NeXT (1986 - 1996) und der Application Division von Apple (2001 - 2005), Jean-Marie Hullot.

Der von ihm entwickelte Interface Builder prägte die Entwicklungserfahrung für NeXTSTEP und später MacOS X. Das Konzept zu diesem damals revolutionären Werkzeug ersann Hullot im Rahmen seiner Forschungsarbeit am französischen Forschungsinstitut INRIA (Institut national de recherche en informatique et en automatique), das sein Lebenswerk in einem Nachruf gewürdigt hat.

Ende 1996 verließ er kurz vor der Übernahme von NeXT durch Apple das von Steve Jobs gegründete Unternehmen. Jobs holte ihn 2001 wieder zu Apple, wo er mit seinem Team in Paris an iCal und iSync arbeitete und den Anstoß zu Cloud-basierten Anwendungen gab. Durch die Zusammenarbeit mit den damals führenden Mobiltelefonherstellern erkannte er das große Verbesserungspotential in diesem Markt. Als Jobs dann im Jahr 2005 den Startschuss für die Entwicklung des iPhone in Kalifornien gab und das Entwicklungslabor in Paris geschlossen wurde, verabschiedete sich der Franzose.

Ein Interview aus dem Jahr 2010 beleuchtet auch diesen Lebensabschnitt und gibt einen Einblick in das Wirken des kreativen und bescheidenen Vordenkers, der stets seinen Sinn für Ästhetik in die Softwareentwicklung einbrachte.

Fotopedia, einer gemeinschaftlich organisierten Enzyklopädie für Fotos, die er nach dem Abschied von Apple aufbaute, blieb der kommerzielle Erfolg versagt.

Im Jahr 2012 gründete er die Stiftung Iris, um die „fragile Schönheit der Welt zu bewahren“. Erst kürzlich stellte heise sein Buch „Kailash - Reise zum heiligen Berg“ vor. (bme)