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Jenoptik erwägt nach gutem Jahr Verkauf von Militärsparte

Dem neuen Jenoptik-Vorstandschef Stefan Traeger ist der Jenaer Konzern nicht weltläufig genug. Das soll sich ändern: mit mehr internationalen Teams. Und mindestens ein Geschäftsbereich soll seinen Hauptsitz im Ausland bekommen.

Jenoptik erwägt nach gutem Jahr Verkauf von Militärsparte

Objektive aus dem Hause Jenoptik.

(Bild: Jenoptik)

Der ostdeutsche Konzern Jenoptik stellt sich nach einem Jahr mit Bestmarken bei Umsatz und Ertrag neu auf. Vorstandschef Stefan Traeger schloss am Dienstag zur Vorlage von Geschäftszahlen für 2017 einen Verkauf des Militärtechnikgeschäfts nicht aus. "Wir haben keine konkreten Pläne, uns davon zu trennen. Wir wollen aber für die Zukunft nichts ausschließen", sagte Traeger in Jena. Jenoptik liefert unter anderem Teile für Panzer und Militärflugzeuge. Der Umsatz im Geschäftsbereich Verteidigung und zivile Systeme lag 2017 bei rund 219 Millionen Euro.

Der Konzern wolle sich wieder stärker auf sein Kerngeschäft Optoelektronik konzentrieren – also auf Laser, optische Systeme, Sensoren und Robotik, kündigte Traeger an. Bis 2019 sollen die jetzigen Geschäftsbereiche mit einer Vielzahl von Firmen in drei schlagkräftigen Divisionen im Bereich Optoelektronik (Photonik) zusammengefasst werden. Aus dem jetzigen Geschäftsbereich Verteidigung, der künftig unter einer eigenen Marke firmieren solle, würde der Optoelektronikteil herausgelöst, der ein Umsatzvolumen im zweistelligen Millionenbereich ausmache.

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Zudem soll der Konzern, der weltweit über Niederlassungen verfügt, globaler agieren, sagte Traeger. Er steht seit Mai 2017 an der Spitze des größten eigenständigen Ost-Konzerns. Das bedeute mehr internationale Teams, mehr lokale Entscheidungskompetenzen und mindestens eine der Divisionen solle ihren Hauptsitz im Ausland erhalten. Traeger ließ offen, welcher Bereich das sein könnte, schloss aber die in Jena angesiedelte Optik aus. Die Mitarbeiter müssten sich wegen des Umbaus der Bereiche keine Sorgen machen. "Wir haben nicht vor, eine große Restrukturierungsorgie zu feiern." Dem Vorstand gehe es nicht darum, Bereiche auszulagern, sondern diese auf- und auszubauen.

Eine starke Nachfrage nach optischen Systemen aus der Halbleiterindustrie hat Jenoptik 2017 ein Umsatzplus von 9,2 Prozent auf 748 Millionen Euro gebracht und für einen Gewinnsprung gesorgt. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg nach vorläufigen Angaben auf knapp 78 Millionen Euro nach 66,2 Millionen Euro 2016. Für das laufende Jahr peilt Jenoptik einen Umsatz von 790 Millionen bis 810 Millionen Euro an. In den kommenden Jahren will das Unternehmen weiter zulegen und bis 2022 mit dem Umsatz jährlich um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. (dpa) / (anw)

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