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Jobangebote: Google startet Stellensuch-Funktion in Deutschland

Der Zusatz zur Google-Suche zeigt Nutzern künftig für sie relevante Stellenausschreibungen direkt in den Trefferlisten an und arbeitet mit diversen Partnern.

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(Bild: Screenshot)

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Über die normale Google-Suche können Interessenten künftig auch mit gängigen Anfragen wie "Job Webadministrator Berlin" offene Stellenangebote in einer neuen Bedienoberfläche an ihrem Wunschort finden. Der Internetkonzern hat die in den USA bereits vor zwei Jahren eingeführte spezielle Jobsuche am Mittwoch auch für Deutschland freigeschaltet.

Zum Auftakt kooperiert Google hierzulande mit Partnern etwa aus der Verlagsbranche wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) oder der Südwestdeutschen Medienholding und so mit den Stellenmärkten etwa der Süddeutschen Zeitung, der Stuttgarter Zeitung oder des Schwarzwälder Boten. Dazu kommen Jobbörsen-Anbieter und Plattformen wie Xing und Kununu, Azubi.de und Absolventa, academics und jobs.zeit.de, Monster, LinkedIn sowie Netzmarkt. Insgesamt ist die Jobsuche jetzt in 120 Ländern verfügbar, darunter auch Kanada, Großbritannien oder Spanien.

Nutzer erhalten etwa bei einer Suche nach "Jobs in meiner Nähe", "Bäcker-Stellenanzeige" oder ähnlichen Begriffen in einer Übersicht im oberen Bereich der Suchergebnisse eine Vorschau in einer Art Karussell auf Stellenausschreibungen, die auf Partnerseiten veröffentlicht sind. Ein Klick auf eine entsprechende Offerte bringt sie zu weiterführenden Informationen wie Beschreibungen und Erfahrungsberichten zum Unternehmen und zum Job an sich.

Die Nutzer müssen nicht in ein Google-Konto eingeloggt sein. "Wir nutzen denselben Ranking-Algorithmus wie in der allgemeinen Google-Suche." Eine Webseite mit wenig Nutzwert werde so etwa herabgestuft. Die Funktion werde "organisiert mit dem Jobsuchenden im Kopf", erläutert Nick Zakrasek, globaler Produktmanager für Google Jobs in der Konzernzentrale in Mountain View, bei der Präsentation der deutschen Stellenanzeigen-Funktion in Berlin.

Google verbindet in der Ergebnisliste auch Informationen über verschiedene Plattformen hinweg, fügt also etwa eine Rezension eines Arbeitgebers einer Ausschreibung hinzu, auch wenn diese eine Bewertung selbst zunächst nicht enthält. Eingeloggte Nutzer können auf dem Mobiltelefon gefundene Jobangebote speichern und später etwa auf dem Desk- oder Laptop genauer prüfen.

Google hat bereits zahlreiche Zusatzfunktionen wie Shopping-Angebote, Reise- und Zimmerbuchungen oder Wettervorhersagen direkt in die Suche integriert und damit Beschwerden von Konkurrenten ausgelöst. Zakrasek betonte daher, dass es sich bei dem Stellenanzeigenmarkt um ein "offenes Ökosystem" handle. Jeder könne teilnehmen, indem er ein auf Schema.org basierendes HTML-Markup hinzufüge, um seine Jobangebote verfügbar zu machen. Für die einfache Implementierung biete der Konzern für Entwickler auch ein Testwerkzeug für strukturierte Daten und organisiere Videokonferenzen per "Webmaster-Hangouts".

Nicht dabei ist das Medienhaus Axel Springer mit seinem Online-Stellenmarkt Stepstone, auch die Börse Indeed bleibt zunächst außen vor. Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck wusste nichts von Ansagen von Springer-Chef Mathias Döpfner, wonach der Konzern eine Zusammenarbeit mit Google in diesem Bereich kategorisch ausgeschlossen habe. Es gebe mit dem Unternehmen "laufend auf unterschiedlichsten Ebenen Kooperationen und Gespräche", die Türen seien offen. Die Springer-Tochter idealo hat Google aber gerade wegen der Shopping-Angebote verklagt.

(axk)