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John-von-Neumann-Medaille für Charles P. Thacker

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Chuck Thacker ist der diesjährige Laureat der John-von-Neumann-Medaille und reiht sich damit zwischen Pionieren wie Frederick Brooks, Donald Knuth, Douglas Englebart und Alfred Aho ein. Er arbeitete in den 70-er und 80-er Jahren am Palo Alto Research Center als Projektleiter an der Entwicklung des ersten Arbeitsplatzrechners. Zusammen mit den heutigen Turing-Preisträgern Alan Kay und Butler Lampson hob er den schon 1973 per Maus bedienbaren, kühlschrankgroßen Xerox Altos aus der Taufe, der allerdings nie in die Massenproduktion ging und aus ökonomischer Sicht floppte. Thacker war auch an der Erfindung des Laserdruckers beteiligt, die Xerox anschließend Milliardenumsätze bescherte.

1981 wollte Microsoft den Pionier an Bord holen, erhielt aber einen Korb, weil das Unternehmen damals ausschließlich Software entwickelte, während Thacker mehr an Hardware interessiert war. "Der teuerste Fehler, den ich je gemacht habe", kommentierte der gelernte Physiker seine damalige Ablehnung. 1997 half er dann aber doch, das Institut für Microsoft Research im englischen Cambridge aufzubauen und landete zwei Jahre später in Redmond, um sich an Microsofts Entwicklung des Tablet PC zu beteiligen. Im vergangenen Oktober hieß es zudem, Microsoft wolle mit Thackers Hilfe auch eigene Prozessoren entwickeln. Kein Wunder, dass der Windows-Riese die Ehrung seines Technical Fellow – nur 18 Entwickler haben bei Microsoft diesen Rang – fast wie eine Ehrung seiner selbst verkündet. (hps)