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Jolla: Entwickler-Smartphone für die Sailfish-Community

Für die 1000 Teilnehmer seines neuen “Sailfish Community Device Program” hat das finnische Unternehmen Jolla ein Smartphone im Angebot. Das Programm ist bereits ausgebucht und das Gerät ausverkauft.

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Jolla: Entwickler-Smartphone für die Sailfish-Community

Das Jolla C wird noch gebaut, soll aber im Juli ausgeliefert werden, verspricht der Hersteller und zeigt Bilder aus der Fertigung.

(Bild: Jolla)

Die finnische Softwareschmiede Jolla hat im Rahmen eines neuen Entwicklerprogramms ein neues Smartphone mit Sailfish OS vorgestellt. Das in limitierter Auflage von 1000 Stück nur für Teilnehmer eines neuen Community-Programms erhältliche Smartphone war bereits am ersten Tag ausverkauft. Die mit rund 170 Euro recht günstigen Geräte sind Unternehmensangaben derzeit in der Endfertigung und sollen im Juli ausgeliefert werden. Für die als Entwickler-Geräte verkauften Smartphones gibt Jolla keine Gewährleistung.

Das “Sailfish Community Device Program” soll die Entwicklung des alternativen, offenen Betriebssystems voranbringen. Das bereits ausgebuchte Programm soll vorerst bis Mai 2017 laufen. Im Laufe dieses Jahres soll es für Teilnehmer exklusive Entwickler-Sessions zusammen mit Experten aus dem Jolla-Team sowie weitere Events geben. Ausgewählte Teilnehmer sollen eine Einladung für ein Community-Treffen am 17. Juni in Helsinki erhalten.

Rendering des Jolla C.

(Bild: Jolla)

Im “Jolla C” steckt ein Snapdragon 212 Vierkernprozessor von Qualcomm, der auf 2 GByte Arbeitsspeicher zugreifen kann. Für Daten stehen 16 GByte zur Verfügung, der mittels MicroSD-Karte um 32 GByte erweitert werden kann. Das Dual-SIM-Smartphone hat ein 5-Zoll-IPS-Display mit 720 × 1280 Pixel (293ppi). Der tauschbare Akku leistet 2500 mAh. Die Hauptkamera löst mit 8 Megapixel auf, an der Vorderseite sitzt eine 2-MP-Linse. Auf dem Gerät läuft SailfishOS 2.0.

Sailfish OS setzt auf dem Open-Source-Projekt Mer auf und ist aus dem Mobilsystem Meego hervorgegangen. Jolla war 2011 von ehemaligen Nokia-Mitarbeitern gegründet worden, nachdem der finnische Handyhersteller seine Meego-Pläne aufgegeben hatte. Das Unternehmen hat 2013 bereits ein per Crowdfunding finanziertes Smartphone herausgebracht, war aber mit seinem anschließenden Crowdfunding-Projekt für ein Tablet krachend gescheitert.

Das Tablet-Desaster hat das Unternehmen Jolla an den Rand des Bankrotts geführt. “Jolla kämpft ums Überleben”, musste Geschäftsführer Antti Saarnio im November 2015 einräumen. Ein Investor war abgesprungen, die Hälfte der Mitarbeiter wurde entlassen. Ende des vergangenen Jahres konnte die Finanzierung dann mit einem neuen Investor gesichert werden.

Zuvor hatte sich Jolla von seinen Hardware-Ambitionen verabschiedet und angekündigt, sich auf die Entwicklung von Sailfish OS und dessen Lizenzierung zu konzentrieren. Mit Intex hat Jolla einen ersten Lizenznehmer in Indien gefunden. Das Intex Aqua Fish, das Jolla im Februar auf dem Mobile World Congress gezeigt hat, ähnelt dem nun vorgestellten Jolla C nicht nur äußerlich. Gefertigt wird das Jolla C offenbar auch in China.

Intex Aqua Fish mit Sailfish OS (6 Bilder)

Das Intex Aqua Fish kommt mit Sailfish OS 2.0 und ist das erste Partnergerät mit dem alternativen mobilen Betriebssystem von Jolla.
(Bild: asp)

(vbr)

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