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Jolla Tablet: Mehr Speicher und Akku, Streit um exFAT-Unterstützung

Jolla erweitert die Crowdfunding-Kampagne für sein Sailfish-Tablet um ein 64-GByte-Modell. Anders als geplant soll es nicht den SDXC-Standard für SD-Karten über 32 GByte unterstützen - weil die Community dagegen protestierte.

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Jolla Tablet: Mehr interner Speicher und größerer Akku

Jolla Tablet

(Bild: jolla.com)

Bereits über 1,8 Millionen US-Dollar konnte das finnische Startup Jolla für sein geplantes Tablet Ende letzten Jahres auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo sammeln. Jetzt haben die ehemaligen Nokia-Mitarbeiter die Kampagne wiederbelebt. Unterstützer haben nun die Wahl zwischen der bisherigen Version mit 32 GByte eingebautem Flash-Speicher für 219 US-Dollar und einer neuen Variante mit 64 GByte Speicher für 249 US-Dollar. Wer bereits ein Tablet bestellt hat, bekommt für 25 US-Dollar ein Upgrade auf das 64-GByte-Modell. Dazu kommen 20 US-Dollar Versand sowie Zoll und Steuern.

Bei beiden Varianten fällt der Akku mit 4450 mAh etwas größer aus als ursprünglich geplant. Als Sensoren kommen ein Gyroskop und ein Kompass hinzu, ein Näherungssensor fehlt aber. Das knapp 8 Zoll Diagonale messende Display wird mit der Frontglasscheibe fest verklebt. An den bisher bekannten Spezifikationen hat sich ansonsten nichts geändert – 2048 × 1536 Pixel bei 330 ppi, 2 GByte RAM, ein Quad-Core-Prozessor mit 1,8 GHz (Intel), WLAN, aber kein Mobilfunk.

Ursprünglich hatte Jolla versprochen, bei mehr als 1,5 Millionen US-Dollar Crowdfunding den SDXC-Standard für Micro-SD-Karten zu unterstützen, damit das Tablet zu SD-Karten größer als 32 GByte kompatibel ist. Dieser Standard setzt offiziell Microsofts Dateisystem exFAT voraus, wofür Lizenzgebühren fällig geworden wären. Gegen diese Lizenzierung gab es heftige Kritik in der Jolla-Community, die sich grundsätzlich stark für Open Source ausspricht.

Das Jolla Tablet soll es jetzt in zwei Varianten geben: eine mit 32, eine mit 64 GByte.

(Bild: jolla.com)

Um der Community entgegenzukommen und dennoch größere SD-Karten zu unterstützen, will Jolla das Problem umgehen: SD-Karten mit mehr als 32 GB werden fürs Jolla-Tablet mit dem Linux-Dateisystem "ext" formatiert – auf eine genaue Version des Systems (2/3/4) legt es sich nicht fest. Damit sei laut Jolla zwar auf PCs mit Windows und OS X sowie auf anderen SDXC-kompatiblen Geräten ohne zusätzliche Treiber kein direkter Zugriff auf die Karte möglich. Man könne aber immerhin auf die Karte zugreifen, wenn das Jolla-Tablet per MTP (Media Transfer Protocol) über USB am Rechner angeschlossen sei.

Auf dem Jolla-Tablet soll die Version 2 von Jollas Linux-basiertem Betriebssystem Sailfish OS laufen. Sailfish OS unterstützt neben den nativen Apps auf Basis von Qt auch Android-Apps. Das Betriebssyystem basiert auf der von Nokia und Intel entwickelten Distribution MeeGo, die Nokia zu Gunsten von Windows Phone aufgegeben hatte.

Im Zuge der Crowdfunding-Kampagne hatte Jolla die Community aufgerufen, Ideen und Feedback zu Sailfish OS 2.0 und dem Tablet im Forum together.jolla.com beizusteuern. Mit dem Verzicht auf exFAT und den Hardware-Modifikationen reagiere man auf die Reaktionen der Community, so Jollas Community-Chefin Carol "cybette" Chen. (acb)