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Jugendschützer warnen vor Hasspropaganda auf YouTube und Facebook

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Jugendschützer haben die Betreiber von Online-Plattformen wie YouTube und Facebook aufgefordert, entschiedener als bisher gegen rechtsextreme Inhalte vorzugehen. "Es kann nicht angehen, dass Rechtsextreme diese Dienste für ihre Hasspropaganda missbrauchen", sagte Stefan Glaser von Jugenschutz.net am Donnerstag in Berlin. Strafrechtlich relevante Inhalte würden zwar schnell entfernt, doch die Betreiber müssten auch gegen subtile Propaganda vorgehen. "Fragen des Jugendschutzes müssen in die Firmenphilosophie einfließen", so Glaser, der den Bereich Rechtsextremismus der in Mainz ansässigen Organisation leitet.

Auch die Nutzer müssten sich mehr engagieren, forderte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung: "Die Aktivierung der Netzgemeinde selber ist wichtig." Bislang hätten nur Hacker verstärkt rechtsextreme Websites in den Fokus genommen. "Wir dürfen Rechtsextremen und ihrer Hasspropaganda nicht das Feld überlassen", forderte er.

Die Plattformen des Mitmach-Netzes seien besonders geeignet, Jugendliche zu rekrutieren, erklärte Martin Ziegenhagen, Projektleiter der Online-Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus. Das geschehe oft sehr subtil: "Es geht um aktuelle Themen wie Atomausstieg oder Facebook-Partys." Oft nutzten die Rechtsextremen emotional ansprechende Inhalte, vor allem Musik und Videos. "Die harte Ideologie wird später geliefert, wenn man die Jugendlichen am Haken hat."

Jugendschutz.net arbeitet im Auftrag der Bundesländer für die Einhaltung des Jugendschutzes im Internet. Im Jahr 2010 hat die Organisation 6000 rechtsextreme Beiträge im Web 2.0 dokumentiert, drei Mal so viele wie im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den die Organisation kürzlich vorgestellt hat. (anw)