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Jugendschutz-Filter: Auf verlorenem Posten

Aktuelle Jugendschutzfilter halten mit der technischen Entwicklung nicht Schritt. Das ergibt ein Test von Jugendschutz.net. Nicht einmal die von der Kommission zertifizierten Programme konnten überzeugen.

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Jugenschutz-Filter: Auf verlorenem Posten

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ist überhaupt nicht zufrieden mit den Leistungen aktueller Jugendschutzfilter. Sie halten nicht mit der technischen Entwicklung Schritt, konstatieren die Jugendschützer auf der Basis das jüngsten von jugendschutz.net durchgeführten Filtertests.

Insgesamt wurden elf Programme für den PC und für Mobilgeräte getestet, im einzelnen Cybits Surf-Sitter (PC), Cybits Surf-Sitter Plug&Play (Router), JusProg Software (PC), Windows Family Safety (PC), Telekom Kinderschutz Software (PC), iOS (iPad), K9 Web Protection Browser (Android, iOS), Net Nanny (Android, iOS), Telekom Surfgarten (iOS) sowie Vodafone Child Protect (Android).

Detaillierte Einzelergebnisse verraten die Tester nicht. Insgesamt sei aber die Tendenz zu beobachten, dass die Filterleistung der getesteten deutschen Jugendschutzprogramme im Vergleich zum Vorjahr nachgelassen habe. Auch die beiden von der KJM zugelassenen Programme, die JusProg Software und das Kinderschutzprogramm der Telekom seien schlechter geworden. "Sie erfüllen mit einer Fehlerquote von knapp unter 25% gerade noch die von der KJM geforderte Mindestzuverlässigkeit von 20%, wenn man die zugestandene Fehlertoleranz von 5% einbezieht", so das Fazit des aktuellen Filtertests von jugendschutz.net.

Lange Mängelliste

Die besten Ergebnisse hätten JusProg und das Telekomprogramm kurz nach ihrer Anerkennung gezeigt. "Seitdem haben die Bemühungen um die Verbesserung der Wirksamkeit offenbar nachgelassen", bemängelt der KJM-Dienstleister. Auf der Mängelliste stehen überdies Fehler beim Auslesen der age-de-Label, mit denen Website-Betreiber deklarieren können, für welche Altergruppen sich ihre Seiten eignen. Beim Test habe man Web-2.0-Angebote erst einmal ausgeklammert. Würden dessen Ergebnisse mit eingerechnet, müsse man davon ausgehen, dass kein einziges Programm die für eine KJM erforderliche Mindestzulassung erfüllen würde.

Trotz des Schwächelns gerade auch der von der KJM anerkannten Filterprogramme will die Behörde aber das Rennen im Netz nicht verloren geben. Gut funktionierende Filterprogramme seien gerade für das Ausfiltern ausländischer Inhalte wichtig, erklärte der KJM Vorsitzende, Siegfried Schneider, gegenüber Heise Online. (Monika Ermert) / (jo)

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