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KI-Forscher und Tech-Prominenz fordern Verbot autonomer Waffen

In einem offenem Brief haben sich zahlreiche Wissenschaftler sowie Tech-Prominente wie Steve Wozniak und Elon Musk für eine weltweite Ächtung autonomer Waffensysteme ausgesprochen. Sie fürchten die "Kalaschnikow der Zukunft".

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Über tausend Wissenschaftler aus dem Forschungsfeld künstlicher Intelligenz haben in einem offenen Brief ein Verbot autonomer Waffensysteme gefordert. Ein Wettrüsten mit selbststeuernden Tötungsmaschinen könne nicht im Interesse der Menschheit liegen, heißt es im Brief. Zu den Unterzeichnern gehören auch prominente Unterstützer wie Stephen Hawking, Steve Wozniak, Noam Chomsky und Elon Musk.

"Autonomes Waffensystem" im Film Terminator: Genisys

(Bild: Skydance Productions)

Dem Argument, dass der Einsatz autonomer Systeme für weniger Todesopfer im Krieg sorgt, erteilten die Verfasser eine Abfuhr. Vielmehr werde die Hemmschwelle für bewaffnete Konflikte dadurch eher gesenkt. Sobald auch nur das Militär eines großen Landes einsatzfähige autonome Waffen entwickele, sorge das für eine weltweite Rüstungsspirale, warnen die Forscher. Und dann wäre es nur eine Frage der Zeit bis solche System auf dem Schwarzmarkt landeten und sich zur günstigen und verbreiteten "Kalaschnikow der Zukunft“ entwickelten.

Killerroboter wie etwa bewaffnete Quadcopter, die nach erteilten Vorgaben ihre Ziele aussuchten und töteten, seien hervorragend geeignet für terroristische Anschläge, die selektive Verfolgung von Ethnien oder die Unterdrückung der Bevölkerung in Diktaturen. Um die Schlachtfelder der Zukunft sicherer für Zivilisten zu machen, gebe es bessere KI-Anwendungsfelder als neue Tötungsmaschinen, betonen die Forscher.

Hinter dem offenen Brief steht die gemeinnützige Organisation Future of Life Institute, die sich unter anderem mit den Risiken künstlicher Intelligenz auseinandersetzt. Der Brief soll am Dienstag bei der Eröffnung KI-Fachkonferenz IJCAI in Buenos Aires offiziell präsentiert werden. Die FLI ist nicht die erste kritische Stimme gegen autonome Kampfmaschinen. Im April hatte sich zum Beispiel die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für ein Verbot von Killerroboter stark gemacht.

In Deutschland hat die schwarz-rote Bundesregierung einen Passus im Koalitionsvertrag, laut dem sie sich für die "völkerrechtliche Ächtung vollautomatisierter Waffensysteme einsetzen" soll. Dieser geht auf einen Beschluss der SPD in ihrer Zeit als Oppositionspartei zurück. Die waffenfähige Eurodrohne, die die Bundesregierung gemeinsam mit Frankreich und Italien bis 2025 entwickeln will, dürfte wohl von menschlichen Piloten ferngelenkt werden und damit nicht gemeint sein. (axk)