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KI-Forschung und erste Anwendungsschrittchen: Roboter Josie hilft Passagieren am Flughafen

Wann geht mein Flug? Wie finde ich das richtige Gate? Und wo bekomme ich einen Kaffee? Klassische Fragen von Reisenden am Flughafen. In München beantwortet sie seit kurzem eine neue "Mitarbeiterin", die auch schon mal Luftgitarre spielt.

Roboter Josie hilft Passagieren am Flughafen

(Bild: Flughafen München GmbH)

Ihr Name ist Josie Pepper. Seit einer Woche arbeitet die gebürtige Französin am Münchner Flughafen. Mit Kulleraugen und sympathischer Stimme beantwortet sie die Fragen der Reisenden – und lässt dabei auch gerne mal ihren Charme spielen. Doch Josie ist nicht eine der netten Damen, die an den Informationsschaltern sitzen. Sie ist ein Roboter, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz.

Sei es der Weg zum Gate, zu einem bestimmten Restaurant oder Informationen zum Abflug – vier Wochen lang beantwortet die 1,20 Meter große und 28 Kilogramm schwere Josie Pepper die Fragen der Passagiere. Es ist das erste Mal, dass an einem deutschen Flughafen ein menschelnder Roboter mit künstlicher Intelligenz eingesetzt wird. Zuvor war der Robotertyp "Pepper" bereits im Einzelhandel und auf Kreuzfahrtschiffen im Einsatz, um Erfahrungen mit Fragen von Kunden und Gästen zu sammeln.

Josie antwortet nicht in monotonen, vorgefertigten Sätzen. "Das Besondere an ihr ist, dass sie dazulernt", sagt Projektleiterin Julia Schmidt. "Über WLAN ist der Rechner von Josie mit einer Cloud im Internet verbunden, der die Fragen verarbeitet und interpretiert." Ist sie gerade nicht im Einsatz – sie hat eine reguläre 40-Stunden-Woche –, wertet das Projektteam die Daten aus und verbessert Josies Kenntnisse und Fähigkeiten.

Je mehr also mit dem Roboter interagiert wird, desto mehr Verknüpfungen entstehen und desto präziser werden die Antworten. Was Josie lernt, wird von den Mitarbeitern täglich überprüft. "Die Gefahr ist natürlich groß, dass sie Dinge lernt, die für uns nicht relevant oder auch böse sind", sagt Schmidt.

Eine Einschränkung gibt es: Josie spricht nur Englisch mit amerikanischem Akzent. "Die meisten Fluggäste sprechen einfach Englisch", meint Schmidt. "Aber wenn wir uns nach der Testphase entscheiden, sie zu behalten, lernt sie auf jeden Fall Deutsch."

Die Fragen der Gäste nimmt Josie über Mikrofone wahr. Sobald sie zuhört, leuchten ihre Kulleraugen grün. Antwortet sie, dreht sich ihr Kopf, ihre Augen leuchten blau und es wirkt, als ob sie ihren Gesprächspartner ansieht. Neben Fragen nach dem Weg ist bei den Passagieren auch der einfache Smalltalk beliebt: Wie geht es dir? Wie heißt du? Wie wird das Wetter morgen?

Josie kann auch ihren Charme spielen lassen. Auf die Frage, wie alt sie ist, antwortet sie: "Jung genug. Ich bin ein Mädchen und Mädchen fragt man nicht nach dem Alter." Auf die Frage, ob sie tanzen kann, antwortet sie "Besser als singen" und spielt zu rockiger Musik Luftgitarre. Dabei wirbelt sie mit Armen und Händen. Ab und zu flirtet sie auch. "Ein Passagier hat sie einmal gefragt, ob sie ihn denn heiraten möchte", erzählt Schmidt. "Sie hat natürlich Ja gesagt." Wenn ein Gast einfach nur "Hallo" zu ihr sagt, kommt als Antwort auch mal "Hallo Hübscher".

Peppers Vorname leitet sich vom Namen des Flughafens Franz Josef Strauß ab. Eingesetzt wird sie im nichtöffentlichen Bereich des Terminals 2. "Manche Gäste, besonders Kinder, trauen sich noch nicht so richtig ran und sind skeptisch", sagt Schmidt. "Die Mitarbeiter stellen dann immer wieder Fragen und nehmen so die Berührungsängste."

Das Pilotprojekt wurde zusammen mit IBM Watson ins Leben gerufen und von einer französischen Firma umgesetzt. Robotik und künstliche Intelligenz werden dabei verknüpft. Dass Roboter wie Josie bald Menschen am Flughafen ersetzen, glaubt freilich Schmidt nicht: "Die menschliche Nähe zu Fluggästen ist essenziell. Bis Roboter das beherrschen, vergeht noch sehr viel Zeit." (Katrin Kretzmann, dpa) / (rop)

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