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KI-Startup will Nutzer mit den Stimmen beliebiger Personen sprechen lassen

Maschinenlernen verspricht immer neue Möglichkeiten. Das neueste Beispiel: eine Technologie, die täuschend echt die eigene Stimme in eine fremde verwandelt.

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(Bild: Photo by Gianandrea Villa on Unsplash )

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Das US-Startup Modulate.ai hat ein Verfahren entwickelt, mit der Stimmen in Echtzeit in die anderer Personen umgewandelt werden können. Um die Audio-Eigenschaften eines Stimmsignals zu erfassen und zu modellieren, nutzt Modulate GANs. Bei diesem Verfahren treten zwei Netzwerke gegeneinander an und versuchen, überzeugend die Eigenschaften eines Datensatzes zu erkennen und zu reproduzieren. Modulate will Maßnahmen gegen die offensichtlichen Missbrauchsmöglichkeiten vorsehen, doch grundsätzlich ist die Technologie heikel, berichtet Technology Review online in "Sprechen wie Barack Obama".

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Auf seiner Website bietet Modulate die Stimme von Barack Obama an. Mit genügend Trainingsdaten ließe sich aber ebenso gut die Stimme jeder beliebigen anderen Person generieren, sagt Mike Pappas, Mitgründer und CEO des Unternehmens. Ohne Genehmigung des Originals werde man aber darauf verzichten. Außerdem besteht Pappas darauf, dass es ihm nicht hauptsächlich um Täuschung gehe: "Die Technologie ist nicht dazu gedacht, Menschen zu imitieren", sagt er, "sie soll neue Möglichkeiten schaffen."

Der Zielmarkt von Modulate sind Online-Spiele wie Fortnite oder Call of Duty, bei denen Spieler per Mikrofon mit anderen sprechen können. Charles Seife, der sich als Professor an der NYU mit der Verbreitung von Falschinformationen beschäftigt, bezeichnet die Modulate-Technologie als offenbar deutlich weiter fortgeschritten als andere Verfahren zur Stimmveränderung. Die Möglichkeiten, mit KI Video und Audio zu manipulieren, hätten das Potenzial, die Welt der Medien grundlegend zu verändern, sagt er. "Wir müssen anfangen, darüber nachzudenken, was Realität bedeutet", so Seife.

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(sma)