zurück zum Artikel

KI-Verband fordert "Datenkunde" ab der 3. Klasse

KI-Verband fordert "Datenkunde" ab der 3. Klasse

Der KI-Bundesverband fordert in einem Positionspapier gezielte Maßnahmen zur Förderung der KI-Forschung – und ein neues Schulfach: Datenkunde.

Der KI-Bundesverband e.V. hat einen 9-Punkte-Plan für Deutschland veröffentlicht. In dem Positionspapier fordert der Verband auch ein neues Schulfach: Datenkunde. Insgesamt hat der Verband mehr als einhundert Maßnahmen entwickelt, die "Deutschland und Europa im Wettlauf mit anderen Volkswirtschaften stärken sollen".

Der KI-Bundesverband wurde am 16. März dieses Jahres gegründet und soll Firmen und Experten aus der KI-Branche als Sprachrohr dienen. Mehr als 50 Firmen gehören dem Verband an, der die KI-Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen will.

Der 9-Punkte-Plan [1] sieht eine stärkere Förderung der KI-Forschung vor: Es bedarf eines Research-Hubs mit "mindestens 1000 Forschern" und einer international wettbewerbsfähigen finanziellen Ausstattung. Damit schon die Kleinsten wissen, was mit KI möglich ist, soll die KI-Ausbildung bereits in der 3. Klasse mit dem Pflichtfach "Datenkunde" starten. Der Plan sieht eine "breite Verankerung von Datenkunde in den meisten Studienfächern und Förderung von Weiterbildungsprogrammen für Arbeitnehmer" vor. In Open-Data-Pools sollen öffentliche Daten sowie Daten aus der Wirtschaft gesammelt werden, natürlich "im Rahmen eines Datennutzrechts". Die Informationen sollen ebenfalls der Bildung und Forschung zugute kommen.

Die Gründung des KI-Verbands in München.

Die Gründung des KI-Verbands in München.

(Bild: KI-Bundesverband)

Der zweite Bereich des Plans umfasst die Wirtschaft und die Infrastruktur. Start-ups und der Mittelstand sollen global wettbewerbsfähig sein und bleiben, weshalb es "einer massiven Aufstockung von Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten" bedürfe, so das Positionspapier. Das Geld soll von staatlichen und europäische Programmen kommen, ergänzt durch private Risikokapitalgeber. Mindestens 5 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich sind zur Förderung nötig.

Ein pan-europäisches Förderprogramm soll sogenannte "Moonshot-Projekte" finanzieren, was mindestens eine Milliarde Euro pro Jahr kostet. "Moonshots" nennt etwa Google seine ambitioniertesten Projekte. Dem KI-Bundesverband ist vor allem eine "unbürokratische Förderung" von Projekten wichtig. Zu viel Papierkram lähmt schließlich Pioniere, die ihre Visionen schnell umsetzen wollen.

Im Bereich "Arbeit, Gesellschaft und Recht" fordert der Bundesverband adäquate rechtliche Rahmenbedingungen. Zudem sollen Initiativen über die positiven Seiten der KI aufklären und ebenso über die Verwendung der Nutzerdaten informieren. Die Bevölkerung soll besser verstehen, was Künstliche Intelligenz kann. Bislang reagiert die Gesellschaft gern mit "Hype, Hysterie oder Gemeinplätzen", schreiben die Autoren des Papiers. Klar ist: KI ist notwendig, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern. Zuletzt bedarf es der Entwicklung von Zukunftsszenarien und der Einrichtung eines Ethikrates für KI.

Das gesamte Positionspapier "Künstliche Intelligenz: Situation und Maßnahmenkatalog" stellt der KI-Bundesverband e.V. zum Download [2] bereit (PDF-Dokument). Am Papier haben sich mehr als 40 Verbandsmitglieder ehrenamtlich beteiligt. Das Dokument soll "eine konstruktive Basis für umfassende Gespräche mit Politik und Wirtschaft darstellen". (dbe [3])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4091728

Links in diesem Artikel:
[1] http://ki-verband.de/9-punkte-plan
[2] http://ki-verband.de/wp-content/uploads/2018/06/KI-Verband-Positionspapier-25062018.pdf
[3] mailto:dbe@ct.de