KI erkennt Smartphone-Nutzung am Lenkrad: Jetzt werden Strafen fällig

Drei Monate lang wurden Fahrer, die von einer KI bei verbotener Handynutzung am Lenkrad erwischt wurden, nur verwarnt. Jetzt werden Geldbußen fällig.

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Erwischt!

(Bild: Transport for NSW)

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Autofahrer, die im australischen Bundesstaat New South Wales von einem automatischen Kamerasystem erwischt werden, wie sie ihr Handy während der Fahrt benutzen, müssen nun Strafen zahlen und Punkte kassieren. Das System war voriges Jahr zunächst ein halbes Jahr in Sydney getestet und zum 1. Dezember im gesamten Bundesstaat eingeführt worden; allerdings wurden erwischte Autofahrer lediglich verwarnt.

Während der dreimonatigen Warnphase haben die Kameras 9 Millionen Autos erfasst, 33.000 Verwarnungen wurden verschickt, bilanziert die Behörde Transport for NSW. Verkehrsminister Andrew Constance meint angesichts dieser Zahl, dass die Autofahrer die Botschaft verstanden hätten, denn verglichen mit der Pilotphase sei der Anteil der Erwischten geschwunden. Constance geht davon aus, dass der Anteil noch geringer werde. Bis 2023 soll das System so ausgeweitet werden, dass jährlich 135 Millionen Fahrzeuge kontrolliert werden.

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Seit dem gestrigen 1. März müssen Autofahrer, die mit Handy am Steuer erwischt werden, umgerechnet etwas über 200 Euro geldbüßen, im Bereich von Schulen 270 Euro. Außerdem bekommen sie fünf "demerit points" aufgebrummt, ähnlich den "Verkehrssünderpunkten", die das Kraftfahrbundesamt in Flensburg registriert. In Australien müssen Autofahrer ihren Führerschein – sofern er nicht eingeschränkt erteilt wurde – ab einem Kontostand von 13 Punkten für mindestens drei Monate abgeben. In Deutschland wird Fahrzeugführenden ein Punkt schlechtgeschrieben, wenn die ein "elektronisches Gerät rechtswidrig benutzen"; zwei Punkte werden fällig bei Gefährdung beziehungsweise Sachbeschädigung.

Die Kameras, die in New South Wales an festen Standorten montiert, aber auch auf Anhängern beweglich sind, arbeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit sowie bei allen Wetterbedingungen. Die Kameras sollen HD-Aufnahmen der vorderen Sitzreihe in jedem Fahrzeug anfertigen. KI-Software untersucht anschließend, ob eine verbotene Mobiltelefonnutzung durch den Fahrer vorliegt; in dem Fall werden die Bilder einem Menschen zur Prüfung vorgelegt. Aufnahmen von unverfänglichem Verhalten sollen nicht weiter verarbeitet, zu prüfende Aufnahmen dann jedoch "sicher gespeichert und verwaltet" werden.

Dank hohem Blickwinkel ist das Geschehen im Fahrzeug zu sehen. (Quelle: Transport For NSW)

(anw)