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KI schmeckt Bier

So ein kühles Blondes schmeckt nicht nur am Tag des Bieres. Auch eine KI kennt den Unterschied zwischen Pils und Lager – nur für die Forschung, natürlich.

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KI schmeckt Bier

(Bild: Pixabay.com)

Stößt man am internationalen Tag des Bieres mit einem gut gekühlten Blonden an, sitzt vielleicht schon bald eine Künstliche Intelligenz (KI) mit an der Bar. Auch Brauer setzen maschinelles Lernen und KI ein, um das Brauverfahren zu optimieren oder mehr über die Prozesse zu lernen, die dem Bier seinen Geschmack verleihen. Das Laboratorium des dänischen Braumultis Carlsberg, das seit über 100 Jahren daran arbeitet, soviel wie möglich über Bier und das Brauen zu lernen, arbeitet dabei auch mit Microsoft zusammen.

In dem 1876 unter Carlsberg-Gründer Jacob Christian Jacobsen aufgebauten Forschungszentrum läuft seit Ende vergangenen Jahres ein Projekt, mit dem die Brauer in Zukunft die geschmacklichen Auswirkungen von Veränderungen in der Rezeptur vorhersagen können sollen. Bei Carlsberg werden hunderte kleiner Sude angesetzt, um neue Biere zu testen oder Rezepte zu verbessern. “Man kann das nicht alles probieren”, sagte Jochen Förster, der Chef des Carlsberg-Forschungszentrums. Also kamen die Wissenschaftler auf die Idee, Sensoren einzusetzen.

“Wenn wir Sensoren hätten, die uns von Anfang an sagen könne, ob wir eine Hefe später in der Produktion wirklich einsetzen können, oder die Inhalts- und Geschmacksstoffe erkennen können und damit vorhersagbar machen, wie ein Bier schmeckt, das würde unsere Forschung wirklich helfen”, erklärt der Hefe-Experte Förster. In Zusammenarbeit mit der Universität von Aarhus hat Carlsberg dann neue Sensoren entwickelt, die in den verschiedenen Phasen des Brauprozesses Daten liefern.

Bei der Analyse dieser Daten kommt Microsoft ins Spiel. Mithilfe vom KI-Algorithmen und Microsofts Cloud werden die Sensoren-Daten analysiert und daraus Rückschlüsse auf Geschmack und Aromen gezogen. Das System kann schon einige Pilsener und Lager unterscheiden. Das Ziel ist, eine Art geschmacklichen Fingerabdruck für jeden Sud zu haben, und so den Entwicklungsprozess für neue Biere erheblich abzukürzen.

Förster sieht in der Sensoren-Plattform darüber hinaus großes Potential für die Grundlagenforschung – und für Startups, die sich auch im Brauereiwesen breitmachen. Startups wie IntelligentX Brewing, das seine Biere von einer KI zusammenstellen lässt. Ein Chatbot fragt bei den Kunden dann detailliert nach und anhand des Feedbacks werden die Rezepte weiterentwickelt. Oder der PicoBrew des gleichnamigen US-Startups, dessen App mittels einer KI aus den Erfahrungen vieler Bierbrauer Prognosen zur jeweiligen Rezeptur ableitet. (vbr)

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