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KI und Daten für die Dritte Welt

Das Entwicklungshilfeministerium will die KI-Nutzung in Dritte-Welt-Ländern ankurbeln. Mozilla hilft beim Sammeln von Sprachdaten.

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Egal, was man Siri in einer afrikanischen Sprache fragt, wird sie passen, denn sie spricht keine afrikanischen Sprachen – wie andere Assistenten auch. Dabei wäre in Afrika so etwas wie ein smarter Assistent notwendiger als in entwickelten Ländern wie Deutschland – weil es in Afrika mehr Menschen gibt, die nicht lesen und schreiben können und die auf diese Weise einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen erhalten könnten.

Das Entwicklungshilfeministerium will fünf Staaten bei der Entwicklung und Nutzung von KI-Anwendungen helfen.

Die Nichtverfügbarkeit digitaler Assistenten ist aber nur ein Aspekt bei der Nutzung von KI, bei dem afrikanische und andere Entwicklungs- und Schwellenländer der westlichen Welt hinterherhinken. So mangelt es häufig an den Rahmenbedingungen und Strategien für eine verantwortungsvolle und lokal angepasste Entwicklung von KI-Anwendungen. Nur 15 von 54 afrikanischen Staaten haben nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Datenschutzgesetzgebung und kein Staat eine KI-Strategie. So bestehe die Gefahr von Abhängigkeiten von führenden KI-Nationen. Zu dem könnten Ungleichheiten, Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen durch die neue Technologie verstärkt werden.

Im Rahmen der Initiative "Künstliche Intelligenz für Alle – FAIR Forward" will das BMZ daher die Entwicklung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Ghana, Ruanda, Uganda, Südafrika und Indien fördern. Das hat das Ministerium auf dem Internet Governance Forum angekündigt. Dabei soll in den Ländern eigenes KI-Know-how aufgebaut und der Zugang zu Trainingsdaten und KI-Technik für lokale Innovationen ermöglicht werden. Zudem sollen die Länder dabei unterstützt werden, "politische Rahmenbedingungen für eine wertebasierte KI und besseren Datenschutz" aufzubauen.

Mozilla will mit dem BMZ zusammenarbeiten, um offen zugängliche Sprachdaten in afrikanischen Sprachen zu sammeln. Das soll helfen, auf KI basierende lokale Technologien und Produkte voranzutreiben. Mozilla hat bereits mit einem Pilotprojekt in Ruanda Erfahrungen gesammelt. Das Startup Digital Umuganda sammelt dort Sprachdaten für Kinyarwanda, eine afrikanische Sprache, die von mehr als zwölf Millionen Menschen gesprochen wird. Weitere Sprachen in Afrika und Asien sollen folgen.

Mozilla hat im Rahmen seines Project Common Voice bereits Hunderte von Stunden an Sprachsamples der verschiedensten Sprachen eingesammelt.

[Update 2.12.] korrigiert: Umuganda findet in Ruanda statt, nicht in Uganda. (jo)