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KKR und Permira: "Heuschrecken" mit deutscher Erfahrung

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Die künftigen Eigentümer von Deutschlands größtem TV-Konzern ProSiebenSat.1, Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Permira, sind zwei milliardenschwere Finanzinvestoren. Sie gehören zu den sogenannten Private-Equity-Firmen: Investitionshäuser, die Unternehmen aufkaufen, um sie später ganz oder in Teilen mit hohem Gewinn weiterzuverkaufen. Im vergangenen Jahr schmähte der damalige SPD-Chef Franz Müntefering solche Firmen als "Heuschrecken".

Permira hat seit 1985 insgesamt 19 Fonds mit einem Gesamtvolumen von fast 22 Milliarden Euro betreut. In diesem Jahr wurde Permira IV mit einem Volumen von mehr als elf Milliarden Euro aufgelegt. In Deutschland ist die britische Beteiligungsgesellschaft seit 1986 aktiv und hat damals den nach eigenen Angaben ersten deutschen Private-Equity-Fonds gestartet. Der US-Finanzinvestor KKR zählt zu den größten weltweit und hat seit seiner Gründung 1976 rund 226 Milliarden Dollar bei mehr als 140 Transaktionen investiert.

In den vergangenen Jahren haben sich Permira und KKR mehrfach in Deutschland betätigt. KKR kaufte 2003 den Triebwerkehersteller MTU sowie 2004 die Autowerkstattkette ATU und zahlte jeweils rund 1,45 Milliarden Euro. Jüngst hat sich der Finanzinvestor von seinen Anteilen am Kranbauer Demag Cranes getrennt.

Zu den Zukäufen Permiras in Deutschland zählen die Telefongesellschaft Debitel sowie der Brillenhersteller Rodenstock. Nach der Pleite des Medienunternehmers Leo Kirch hatte Permira zudem die Mehrheit beim Bezahlsender Premiere übernommen; die Anteile wurden später mit dem Börsengang und Verkäufen versilbert. Gemeinsam besitzen Permira und KKR den europäischen TV-Konzern SBS. Experten rechnen damit, dass SBS mit ProSiebenSat.1 zusammengelegt wird. (dpa) / (pmz)