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KPN und ZTE vertiefen Zusammenarbeit mit LTE-Tests in Deutschland

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KPN Mobile International, Eigentümerin von E-Plus und der belgischen BASE, vertieft die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Mobilfunk-Ausrüster und Endgeräte-Hersteller ZTE. In Grabowhöfe und Düsseldorf wird E-Plus LTE testen, und zwar sowohl das in manchen Ländern schon kommerziell genutzte FDD-LTE (Frequenzduplex mit gepaarten Frequenzen) als auch das noch kaum verbreitete TD-LTE (Zeitduplex mit ungepaarten Frequenzen). Dies wurde am Mittwoch im Rahmen des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona bekannt gegeben. Die Errichtung eines LTE-Netzes für Endkunden ist aber so bald nicht zu erwarten.

Derzeit sind ZTE und E-Plus noch mit der 2009 angekündigten Installation von HSPA+ beschäftigt, was erst 2013 abgeschlossen sein wird. Und dabei ist bei theoretischen 21,6 MBit/s Downstream das Ende der Fahnenstange erreicht. "Wir werden ausbauen, wenn wir müssen", sagte KPN Mobile International CTO Erik Hoving, fügte aber angesichts stark steigender Datenmengen hinzu: "Ich kann mir ein Szenario vorstellen, in dem wir jedwede Kapazität brauchen können." Bei Datendienste gehe es aber um die Kapazität, nur bei Sprache gehe es um Flächendeckung. Entsprechend konzentriere sich E-Plus auf Hotspots und werde nicht bald Flächendeckung anstreben.

Angesprochen auf die "weißen Flecken" Deutschlands, die nicht mit Festnetz-Breitband versorgt sind, erklärt Hoving gegenüber heise online, dass ein Ausbau dort nur in Frage käme, wenn 900-MHz-Frequenzen dafür genutzt werden dürften. "Mit 2,6 GHz rechnet sich das nicht." Die 900-MHz-Frequenzen sind derzeit für GSM reserviert.

Die ursprüngliche Vereinbarung zwischen KPN und ZTE zum Austausch der HSPA-Infrastruktur in Deutschland und Belgien ist inzwischen erweitert worden, sodass ZTE die gesamte Kette vom Kernnetz bis zu Android-Endgeräten abdeckt. Das neue, paketorientierte Kernnetz von ZTE ist bei E-Plus schon in Betrieb. Im Dezember hat ZTE die Lutea Handys an E-Plus in Deutschland sowie BASE in Belgien geliefert. Der ZTE-Strategie zur Stärkung der eigenen Marke bei Endgeräten folgend, prangen auf diesen Smartphones die Marken beider Partner. (acb)