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Kabel Deutschland: Internet künftig mit 100 MBit/s

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Kabel Deutschland (KDG) will im kommenden Jahr mit der Vermarktung von Internetzugängen mit bis zu 100 MBit/s beginnen. "Wir werden 2010 starten, und zwar in einigen großen Ballungsgebieten", sagte KDG-Chef Adrian von Hammerstein der Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland (FTD). Damit will sich der Primus der deutschen Kabelnetzbetreiber im Wettbewerb mit den von der Telekom sowie 1&1 und Vodafone angebotenen VDSL-Zugängen behaupten. Die Telekom und ihre VDSL-Partner bieten in den ausgebauten Anschlussgebieten Zugänge mit bis zu 25 oder 50 MBit/s an.

KDG, das bisher Internetzugänge mit bis zu 32 MBit/s im Download (2 MBit/s Upload) anbietet, will dem Bericht zufolge in der ersten Jahreshälfte 2010 in drei bis vier Ballungsgebieten mit der Vermarktung der 100-MBit-Zugänge starten. Preise nannte von Hammerstein nicht: "Wir werden uns der Wettbewerbssituation anpassen", sagte er der FTD. Darüber hinaus kündigte der Kabelnetzbetreiber ein Video-on-Demand-Angebot an.

Mit dem Standard Docsis 3.0 sind solch hohe Bandbreiten im Kabelnetz durch die Bündelung mehrerer Kanäle möglich; KDG hat hier schon mit 200 MBit/s experimentiert. Mit dem neuen Angebot dringt der Netzbetreiber in Bandbreitensphären vor, in denen etwa die Glasfaser-Angebote der Regionalanbieter Netcologne und M-Net angesiedelt sind. Auch der süddeutsche Kabelnetzbetreiber KabelBW hat in einigen Regionen bereits 100-MBit-Zugänge im Angebot und weitere Anschlussgebiete für das kommende Jahr angekündigt.

Kabel Deutschland war im Ende Juni beendeten ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres nach drei Verlustperioden in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Bis Ende Juni stieg die Kundenzahl hier auf knapp 900.000. Insgesamt kam Kabel Deutschland auf rund 9,1 Millionen Kunden und 11,7 Millionen Abonnements rund um den Kabelanschluss.

Von Hammerstein bestätigte erneut das Interesse des Unternehmens, weitere Teilnetze des in Finanznöte geratenen Wettbewerbers Orion zu übernehmen. KDG liefert für Orion-Netze das TV-Signal sowie weitere Dienste. "Wir sind an weiterer Konsolidierung innerhalb unseres bestehenden Verbreitungsgebiets interessiert", bestätigte Hammerstein der Zeitung. Konkrete Gespräche gebe es aber nicht. (vbr)

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