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Kabel Deutschland bleibt in den roten Zahlen

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Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) ist im Geschäftsjahr 2009/10 in den roten Zahlen geblieben. Allerdings konnte das Münchner Unternehmen die Verluste deutlich reduzieren. Unter dem Strich stand ein Minus von 45,3 Millionen Euro nach einem Verlust von 144,3 Millionen Euro im Vorjahr, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz kletterte um nahezu 10 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. "Die hohen Investitionen der vergangenen Jahre zahlen sich dabei aus", sagte Vorstandschef Adrian von Hammerstein der Mitteilung zufolge.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr waren vor allem die Triple-Play-Dienste gefragt, bei denen KDG Fernsehen und Radio, schnelle Internetanschlüsse sowie Telefonie über das Fernsehkabel zu einem Angebotspaket schnürt. Die Zahl der Abonnements für die Internet- und Telefonprodukte des Anbieters stieg um knapp 40 Prozent auf rund 1,97 Millionen.

Die Nachfrage sei ungebrochen groß, sagte von Hammerstein. Vor allem bei den Triple-Play-Angeboten will KDG auch in diesem Jahr weiter kräftig zulegen. Die Pakete versprechen einen deutlich höheren Umsatz pro Kunde als klassische Fernsehanschlüsse. Insgesamt kam Kabel Deutschland Ende März auf 12,05 Millionen Abonnements (Vorjahr: 11,63) und 8,9 Millionen Kunden.

KDG war vor rund zweieinhalb Monaten an die Börse gegangen und wird Ende Juni in den zweitwichtigsten Aktienindex MDax aufgenommen. Der Börsengang hatte zwar rund 760 Millionen Euro eingespielt, die aber komplett den Eigentümern zuflossen, wie etwa der US-Beteiligungsfirma Providence. KDG selbst hatte kein Geld erhalten, konnte im vergangenen Jahr aber die drückende Schuldenlast von rund 3 Milliarden Euro auf 2,866 Milliarden Euro reduzieren. Im laufenden Jahr will das Unternehmen die Verbindlichkeiten weiter drücken. (anw)