Kabel Deutschland will auf Teile von Tele Columbus verzichten

Der Kabelriese will die Bedenken des Bundeskartellamts gegen die Übernahme von Tele Columbus ausräumen und bietet an, Netz in Berlin, Dresden und Cottbus zu verkaufen.

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Von
  • Volker Briegleb

Kabel Deutschland (KD) will die Bedenken der Kartellwächter gegen die Übernahme des regionalen Kabelnetzbetreibers Tele Columbus (TC) mit einigen Zugeständnissen ausräumen. Das Unternehmen habe dem Bundeskartellamt den Verkauf einiger Teilnetze angeboten, teilte Kabel Deutschland am Mittwoch mit.

Dabei geht es um die Tele-Columbus-Netze in Berlin, Dresden und Cottbus mit insgesamt 430.000 Haushalten. Durch den Verkauf dieser Netze und der Verträge mit Wohnungsbaugesellschaften reduziere sich die Reichweite der Übernahme von ursprünglich 2,1 Millionen Haushalten um etwa 20 Prozent, heißt es weiter. Die Anzahl der zu übernehmenden TC-Kunden sinke um rund 330.000 auf 1,6 Millionen.

Noch will das Bundeskartellamt den Einzug von Tele Columbus unter das Dach von Kabel Deutschland nicht genehmigen.

(Bild: KD/Montage heise online)

Kabel Deutschland hatte die Übernahme des regionalen Kabelnetzbetreibers Tele Columbus im Mai 2012 in die Wege geleitet. Der Branchenprimus will für den kleineren Konkurrenten gut 600 Millionen Euro zahlen. Damit soll das Berliner Unternehmen, das Ende 2009 durch ein Gläubigerkonsortium vor der Insolvenz bewahrt worden war, auch vollständig entschuldet werden. Seither war KD immer wieder als möglicher Interessent gehandelt worden.

Allerdings hat das Bundeskartellamt Bedenken gegen die Übernahmepläne angemeldet. "Kabel Deutschland teilt die wettbewerbsrechtlichen Bedenken des Bundeskartellamts nicht", teilte das Unternehmen dazu mit. Nach Ansicht des Netzbetreibers bringt die Übernahme schnelles Internet in über 900.000 Haushalte und leistet damit einen Beitrag zur Breitbandinitiative der Bundesregierung.

Das Kartellamt sehe in dem Verkauf von Teilnetzen die einzige Möglichkeit, seine Bedenken auszuräumen, heißt es bei Kabel Deutschland weiter. Die Bonner Wettbewerbshüter hatten zuvor die Fusion von Unitymedia und Kabel BW unter der Auflage genehmigt, dass der zum US-Konzern Liberty Media gehörende Kabelriese auf die Grundverschlüsselung der digitalen Free-TV-Sender sowie Exklusivverträge mit Wohnungsbaugesellschaften verzichtet.

Tele Columbus erreicht 2,1 Millionen Haushalte überwiegend in Berlin und den neuen Bundesländern. Die Netze des Berliner Unternehmens liegen zu großen Teilen schon im Versorgungsbereich von Kabel Deutschland. Ein Teil der Tele-Columbus-Kunden erhält schon jetzt die Signallieferung von Kabel Deutschland. (vbr)