Kälte aus Solarwärme

Die Fraunhofer-Ausgründung SorTech will ab dem kommenden Jahr Solar-Klimaanlagen für Privatanwender auf den Markt bringen. Das berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe .

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Von
  • Wolfgang Stieler

Die Fraunhofer-Ausgründung SorTech will ab dem kommenden Jahr Solar-Klimaanlagen für Privatanwender auf den Markt bringen. Das berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe (seit dem 26. 7. am Kiosk oder online zu bestellen). Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben an Silicagel-Adsorptionsmaschinen mit einer Leistung von rund sechs Kilowatt – einer der ersten Prototypen kühlt derzeit die Kantine des Freiburger Instituts. Für das nächste Jahr plant SorTech-Chef Walter Mittelbach eine Kleinserie von rund hundert Stück, 2009 soll die Serienproduktion starten.

Für die zunächst paradox anmutende Umwandlung von Wärme in Kälte gibt es mehrere etablierte Methoden. Sie alle beruhen auf dem Sorptionsverfahren: "Irgendetwas Wasseranziehendes wird abwechselnd be- und entfeuchtet", fasst Peter Schossig vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg das Prinzip zusammen. Absorptionsanlagen verwenden dazu ein flüssiges Medium wie Lithium-Bromid-Lösung oder Wasser-Ammoniak-Gemisch. Adsorptionsanlagen arbeiten mit Feststoffen wie Silicagel oder Zeolithen. Kälte erzeugen beide Verfahren, indem sie Wasser bei sehr niedrigem Druck verdampfen: Bei zehn Millibar siedet Wasser schon bei vier bis sieben Grad und entzieht dabei seiner Umgebung Wärme.

Als Antrieb kommt jede Wärmequelle infrage, die hinreichend hohe Temperaturen bietet – etwa die Abwärme von Blockheizkraftwerken, die sonst im Sommer ungenutzt verpuffen würde, oder Sonnenwärme vom Dach. Als Alternative zu einer konventionellen elektrischen Klimaanlage sind solargetriebene Sorptionsmaschinen zwar noch zu teuer – SoTech strebt aber an, die Anlagen zu vergleichbaren Preisen wie konventionelle Klimaanlagen anzubieten. Falls die Bundesregierung für neue Eigenheime und Mietshäuser – wie zur Zeit diskutiert – zur Pflicht macht, einen Anteil von mindestens 15 Prozent der benötigten Wärme aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, dürfte das Konzept einen unerwarteten Boom erleben. (wst)