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Kärnten hofft auf Lithium-Bergwerk

In Südösterreich gibt es Lithium. Treibt die Nachfrage nach Akkus den Preis, könnte dort 2020 eine Mine in Betrieb gehen. Das war eigentlich bereits für 2016 geplant. Für den Einsatz in Akkus wäre dann noch eine Veredelungsanlage notwendig.

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Kärnten hofft auf Lithium-Bergwerk

Unter der Brandhöhe (Bild) gibt es Erze mit Lithium. Das Gebiet liegt östlich von Wolfsberg an der Grenze zur Steiermark.

(Bild: Josef Moser CC BY-SA 3.0)

Probebohrungen im Kärntner Lavanttal haben bereits in den 1980er Jahren Lithium nachgewiesen. Das Metall ist unter anderem für Lithium-Ionen-Akkus wichtig. Nach erheblichen Investitionen wurde das Projekt aber mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt. 2011 kaufte eine australische Firma die Schürfrechte, führte 2012 Probebohrungen durch und holte 2013 500 Tonnen Erz aus dem Boden. Laut Halbjahresbericht weisen Rechenmodelle auf 6,3 Millionen Tonnen Erz mit 1,17% Li2O hin. Heute firmiert die Firma als European Lithium Ltd. und führte zuletzt erneut Probebohrungen in Kärnten durch.

2013 förderte European Limited 500 Tonnen Erzproben.

(Bild: European Limited)

Der ORF Kärnten berichtet gar von "18 Mio. Tonnen Lithium". Die Bohr- und Erkundungstätigkeit sei fast abgeschlossen. Von deren Ergebnis wird abhängen, welche Genehmigungen von welchen Behörden erforderlich sein werden. Auch die Abnehmer für das geförderte Metall stehen noch nicht fest. Zunächst sollen es europäische Glaskeramikhersteller sein. Erst nach Veredelung in einer ebenfalls angedachten Fabrik könnte das Lithium für Akkus Verwendung finden.

European Lithium selbst ist eine Firma, die Bergbauprojekte vorbereitet und Investoren sucht, welche die vorbereiteten Projekte übernehmen und dann die notwendigen Investitionen tätigen. 200 Millionen Euro würde das laut ORF kosten, gefunden wurden diese Investoren aber noch nicht. Angesichts der Pläne von Tesla und anderen Unternehmen, die Produktionsmenge von Lithium-Ionen-Akkus enorm zu steigern, erscheint ein deutlicher Anstieg der Lithiumpreise durchaus möglich.

Dann rechnete sich vielleicht auch der Lithium-Abbau im Lavanttal. Läuft alles glatt, könnte die Mine 2020 in Betrieb gehen heißt es. Das wurde allerdings bereits 2014 für das Jahr 2016 gesagt. Die Lokalpolitik diskutiert unterdessen die siebzig bis Hundert möglichen Arbeitsplätze sowie den Standort der Aufbereitungsanlage, der beispielsweise ebenfalls in Kärnten oder in der benachbarten Steiermark sein könnte.

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Leider gibt es auch Zwistigkeiten mit dem Grundeigentümer, der Glock Gut- und Forstverwaltung. Laut European Limited hat Glock 2011 auf Einsprüche gegen eine Mine verzichtet, doch nun gibt es doch Meinungsverschiedenheiten. Ein Schiedsgerichtsverfahren läuft.

Ein Goldsuchprojekt in Westaustralien hat European Lithium abgestoßen. Die Aktien der Firma werden sowohl in Sydney als auch in Frankfurt als Pennystocks gehandelt. Im jüngsten Finanzhalbjahr verzeichnete das Unternehmen Verluste von 1,94 Australischen Dollar je Aktie.

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