Kampfjet F-35 hat nur noch 873 Software-Bugs

In 14 Monaten konnte Lockheed Martin die Zahl der Bugs im "tödlichsten" Kampfjet der Welt um 44 reduzieren. Auch beim Schießen hapert es weiterhin.

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Das Kampfflugzeug F-35 Lightning II von Lockheed Martin ist erstmals im Dezember 2006 geflogen.

(Bild: Share America (gemeinfrei))

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Am Kampfjet F-35 krankt es auch 13 Jahre nach dem Erstflug noch gehörig. Die Schwierigkeiten verzögern den Beginn der Vollproduktion. Nicht weniger als 873 Fehler in der Software hat eine interne Prüfung der US-Militärs im November gefunden. Das ist wenig besser als im September 2018. Damals waren es 917 Bugs.

Dazu kommen erhebliche Hardware-Probleme. Das geht laut Bloomberg aus einem Prüfbericht des US-Verteidigungsministeriums hervor, der am Freitag veröffentlicht werden soll. Demnach schießt das in der Ausführung für die US-Luftwaffe innenliegend verbaute Maschinengewehr nicht geradeaus, was zu einer "inakzeptablen" Treffergenauigkeit führe. Daher habe die Luftwaffe den Einsatz des Maschinengewehrs einschränken müssen.

Hinzu komme, dass die Gewehrgehäuse reißen. Gleiches gilt für strukturell wichtige Komponenten des Flugzeugs, was auch für die an die US-Kriegsmarine gelieferte Version gilt. In der langen Liste von Mängeln fallen 13 in die dringlichste Kategorie. Diese Probleme gefährden die Sicherheit oder die Einsatzfähigkeit des Kriegsgeräts.

Überhaupt sei das Flugzeug unzuverlässig. Lieferant Lockheed Martin hat gegenüber Bloomberg betont, dass der F-35 zunehmend besser werde und der "tödlichste Kampfjet der Welt" sei. Zudem sei kein anderes Kampfflugzeug so stark vernetzt und biete den Piloten so hohe Überlebenschancen. Bei den bislang ausgelieferten F-35 liegt die Einsatzbereitschaft für mindestens eine Art von Mission laut Lockheed Martin bei 65 Prozent – die US-Militärs fordern allerdings 80 Prozent.

Verträge der Bundeswehr verbieten ihr das Reparieren von Waffen ...

2 Eurofighter der Bundeswehr

(Bild: Geoffrey Lee / Airbus Group)

… und teilweise sogar das Zuschauen dabei, wie sie bei Telepolis lesen können. Die Bundeswehr hat sich auf Selbstreparaturverzichtserklärungen eingelassen, die inzwischen über ein Drittel ihrer insgesamt 53 Hauptwaffensysteme betreffen.

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Der F-35 gilt als teuerste Waffe der US-Geschichte. Bislang haben die Amerikaner weit über 400 Milliarden US-Dollar gezahlt. Das tut der Beliebtheit des F-35 bei US-Politikern keinen Abbruch. Das US-Parlament bewilligt Jahr für Jahr mehr Käufe, als die US-Militärs überhaupt beantragen. Bis Ende des Vorjahres sind fast 500 F-35 ausgeliefert worden, die meisten davon an die US-Streitkräfte. Dort kommt das Flugzeug sowohl bei der Luftwaffe als auch der Kriegsmarine sowie der Kriegsmarineinfanterie zum Einsatz.

Bis 2037 wollen die USA insgesamt um die 2700 F-35 besitzen, dazu kommen Bestellungen anderer Länder. Die dafür notwendige Produktion in Stückzahlen zögert sich aber weiter hinaus. Aufgrund des schlechten Prüfergebnisses hat das US-Verteidigungsministerium die Freigabe verweigert und stattdessen eine weitere Untersuchung für nächsten Oktober anberaumt. Derzeit testen die USA in Simulator-Übungen, ob und wie der F-35 gegen russische, chinesische, nordkoreanische und iranische Luftabwehrsysteme bestehen kann. (ds)