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Technology Review

Kandidaten für den "Millennium Technology Prize" nominiert

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Der in Deutschland geborene Physiker Michael Grätzel hat gute Chancen, den mit 1,1 Millionen Euro dotierten Millennium Technology Prize zu gewinnen. Er wurde zusammen mit den englischen Forschern Sir Richard Friend und Stephen Furber von der Technology Academy nominiert, einer vom finnischen Staat und Industrie-Unternehmen ins Leben gerufenen Stiftung. Die alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung für herausragende technische Innovationen wird dieses Jahr zum vierten Mal überreicht. Vor zwei Jahren wurde Robert Langer für ein Verfahren ausgezeichnet, mit dem Wirkstoffe gezielt im gewünschten Körperteil freigesetzt werden können. Der diesjährige Preisträger wird am 9. Juni in Helsinki bekannt gegeben. Außerdem wurden nominiert:

Michael Grätzel, Leiter des Laboratory of Photonics and Interfaces an der École Polytechnique de Lausanne, Schweiz. Er gilt als Vater der dritten Generation von Solarzellen, den Farbstoff-Solarzellen (Grätzel-Zellen), die sich durch hohe Leistung bei niedrigen Herstellungskosten auszeichnen. Diese haben neue Produkte wie Strom erzeugende Fenster und günstige, mobile Solarpaneele ermöglicht. Das Konzept der Grätzel-Zellen lässt sich darüber hinaus auch bei der Produktion von Wasserstoff und für die Entwicklung von neuen Batterien nutzen.

Sir Richard Friend, University of Cambridge, England, gilt als Pionier auf dem Gebiet der halbleitenden Polymere. Seine Arbeiten auf dem Gebiet der organischen Elektronik haben die Optoelektronik revolutioniert und energiesparende Geräte wie Bildschirme, Beleuchtungssysteme, Sensoren für die Nutzung von Solarenergie hervorgebracht. Davor war er maßgeblich an der Entwicklung von organischen LEDs beteiligt. Er setzte zudem Polymere als druckbare Halbleiter ein und ermöglichte damit elektronisches Papier, preiswerte organische Solarzellen und Leuchttapeten.

Stephen Furber, University of Manchester, England, ist der Hauptentwickler des Mikroprozessors ARM 32 bit RISC, der heute in jedem elektronischen Handgerät und in fast allen Mobiltelefonen steckt. Dieser schnelle und effiziente Chip öffnete vor 25 Jahren das Tor zur Entwicklung von Unterhaltungselektronik-Geräten. Bis heute wurden mehr als 18 Milliarden ARM-basierte Chips für mobile Computeranwendungen wie Handys, digitale Fotoapparate und Videokameras, Musik-Player, Internetzugang mit und ohne Kabel, Autos und Plattformen im Gesundheitswesen hergestellt. (vsz)