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Kanzlerin eröffnet Hannover Messe

Auf der „weltgrößten Leistungsschau der Industrie“ ist KI allgegenwärtig. Dennoch müssen Unternehmen auf Partnerschaften setzen – und auf den Menschen.

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Hannover Messe 2018

Niedersachsen, Hannover: Ein Messebesucher geht vor einem Display auf der Hannover Messe 2018 vorbei.

(Bild: dpa, Peter Steffen)

Künstliche Intelligenz und die vernetzte Produktion der Zukunft: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet am Sonntag (18.00 Uhr) gemeinsam mit Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven die diesjährige Hannover Messe. Bei einem Festakt sprechen außerdem Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Partnerland ist in diesem Jahr Schweden. An diesem Montag bricht die Kanzlerin dann zum traditionellen Messe-Rundgang auf.

6500 Aussteller aus 75 Ländern zeigen bis zum 5. April den neuesten Stand der vernetzten Produktionsabläufe – bekannt als Industrie 4.0. Die Hannover Messe gilt laut Veranstalter als weltgrößte Leistungsschau der Industrie.

Im Mittelpunkt der Messe stehen Künstliche Intelligenz, das maschinelle Lernen sowie der neue, superschnelle Mobilfunkstandard 5G, der etwa für das autonome Fahren als Voraussetzung gilt.

Nach Einschätzung von Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek hat Deutschland zur Aufholjagd bei Künstlicher Intelligenz und im Cloud-Computing angesetzt. Unternehmen müssten auf Partnerschaften setzen: "Kein Unternehmen wird die Herausforderungen der digitalen Transformation allein bewältigen können", betonte sie. Ihr Beispiel: die Autoindustrie, die neue Wege beschreite und Partnerschaften auch mit Wettbewerbern oder strategischen Partnern knüpfe. Zuletzt war bekannt geworden, dass sich Volkswagen mit Amazon in Sachen Clouddienste verbündet.

Dagegen sei die Aufbruchstimmung etwa bei Künstlicher Intelligenz in der Politik "bedauerlicherweise in der Halbherzigkeit gelandet", kritisierte Bendiek. Dennoch wird die Vision einer Fabrik der Zukunft für den Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, Rolf Najork, gerade Realität. Fabriken müssten sich täglich neu den Kundenanforderungen flexibel anpassen können. Eine der Folgen: Die Mitarbeiter müssten unter diesen Umständen laufend qualifiziert werden. Und: Ohne eine schnelle 5G-Umsetzung drohe die deutsche Industrie von der asiatischen Konkurrenz abgehängt zu werden, warnte Najork.

All dies hat aber auch Konsequenzen für die Arbeitnehmer: "Es geht eben nicht ohne Menschen in einem sehr flexiblen Umfeld", sagte Martin Ruskowski vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz unlängst. Sich wiederholende Prozesse beherrschten Roboter zwar besser. Der menschliche Arbeitsplatz bleibe aber zentral: Die Maschinen müssten an den Menschen angepasst werden. (bme)