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Kartellamt segnet Redcoon-Übernahme durch Media-Saturn ab

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Während die Elektronikfilialkette Media Markt gerade gegen das Internet antritt, will der Mutterkonzern Media-Saturn-Holding gerne mehr Geschäfte mit dem Internet machen – die Zielmarke von Konzernchef Horst Norberg liegt bei über 2 Milliarden Euro binnen der nächsten 3 Jahre. Dazu soll die Ende März dieses Jahres angekündigte Übernahme des Aschaffenburger Onlinehändlers Redcoon.de, der im vergangenen Geschäftsjahr gut 350 Millionen Euro erwirtschaftete, einen wesentlichen Beitrag leisten. Nachdem das Kartellamt nun grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben hat, kann die Media-Saturn-Führung die Umsetzung ihrer dualen Vertriebsstrategie – "Multichannel plus Pureplayer" – vorantreiben. Die Unternehmensgruppe wolle künftig ihren "Kunden so viele Kontaktpunkte wie möglich bieten und dabei den stationären Handel mit dem Internetgeschäft verknüpfen und erweitern", wie Dr. Rolf Hagemann, CFO der Media-Saturn-Holding GmbH, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung und verantwortlich für Mergers & Acquisitions, erläutert. "Redcoon passt perfekt in das Portfolio von Media-Saturn und hat sich mit seiner Strategie am Markt und beim Kunden sehr erfolgreich durchgesetzt", ergänzt Hagemann. An der Positionierung, der Geschäfts- und Preisstrategie des Onlinehändlers werde daher auch nichts geändert – ebenso behalte Redcoon-Gründer Reinhard Heckel weiter die verantwortliche Leitung des Geschäftes.

Unterdessen schraubt die Media-Saturn-Holding ihre internationalen Aktivitäten etwas zurück und trennt sich von sämtlichen 35 Saturn-Filialen in Frankreich. Bereits Ende 2010 hatte der Konzern diesbezüglich eine Vereinbarung mit der Elektrohandelskette HighTech Multicanal Group getroffen. Mit Zustimmung der französischen Kartellbehörden soll der Verkauf nun zum 1. Juli 2011 in Kraft treten. Zum Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Mit diesem Schritt wolle Media-Saturn keineswegs die internationale Expansionsstrategie aufgeben, wie CEO Norberg versichert. Man konzentriere sich aber "nun auf Länder, in denen ein effizienteres Wachstum möglich ist". So sei auch für das laufende Jahr geplant, über 60 neue Märkte zu eröffnen. (map)