Kartellrecht: Google darf Analysespezialisten Looker übernehmen

Die britische Kartellbehörde hat der Übernahme von Looker durch Google zugestimmt. Der Analysespezialist kostet 2,6 Milliarden US-Dollar.

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(Bild: Looker)

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Google darf den Analysespezialisten Looker für 2,6 Milliarden US-Dollar übernehmen. Die britische Kartellbehörde hatte dem Deal noch zustimmen müssen. Bereits im Juni war bekannt geworden, dass die Unternehmen nach jahrelanger Zusammenarbeit verschmelzen wollen.

Laut Competition and Markets Authority entstehe durch die Fusion keine Gefahr für den Wettbewerb,. Beide Unternehmen arbeiten zwar im Bereich Business-Intelligence, die Überschneidungsmenge sei aber nicht zu groß. Zudem gebe es ausreichend andere Anbieter, wie etwa Microsoft, Oracle, Tableau, SAP und IBM. Auch neuen Wettbewerbern werde der Zugang zum Markt durch den Zusammenschluss nicht erschwert.

Looker soll in die Sparte der Google Cloud integriert werden. Seit vier Jahren kooperieren die Unternehmen bereits, insgesamt betreuen sie dadurch gemeinsam etwa 350 Kunden. Aufgabe ist es, Unternehmen bei der digitalen Transformation zu unterstützen sowie ihnen Werkzeuge für geschäftsrelevante Analysen und Prognosen aus ihren Datenbeständen zur Verfügung zu stellen, so die Eigenaussage.

Auch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde und die Wettbewerbshüter der USA (FTC) haben dem Zusammenschluss bereits zugestimmt. Erst im November vergangenen Jahres hatte Google den Wearables-Hersteller Fitbit samt Gesundheitsdaten der Nutzer für 2,1 Milliarden US-Dollar übernommen.

Die FTC verlangt gerade umfangreiche Unterlagen aus den vergangenen zehn Jahren von Alphabet – auch von Amazon, Apple, Facebook und Mircosoft –, um zu prüfen, ob sich die Konzerne generell dem Wettbewerb entziehen. Kleinere Übernahmen müssen in den USA nämlich nicht gemeldet werden. Das kann dem Markt ebenso schaden. Die Behörde will auch Arbeitsverträge einsehen und untersuchen, ob durch etwaige Klauseln darin der Wettbewerb verhindert wurde.

Der EU-Wettbewerbskommission liegt derzeit eine Beschwerde von Ferienwohnungsanbietern vor, die Google unfairen Wettbewerb vorwerfen: Die Suchmaschine zeige Ferienwohnungsangebote von Partnern prominenter aus als andere, heißt es in einem Brief.

(emw)