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Kaufhof verbannt Medien ohne Jugendfreigabe aus dem Sortiment

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Die zum Metro-Konzern gehörende Warenhauskette Galeria Kaufhof hat angekündigt, alle Computer- und Videospiele aus dem Sortiment nehmen zu wollen, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind. "Wir tun das, um in gesellschaftspolitischer Hinsicht ein Zeichen zu setzen", sagte eine Sprecherin des Unternehmens am heutigen Mittwoch in Köln und bestätigte damit eine Meldung von Focus online. Filme ohne Jugendfreigabe würden künftig ebenfalls nicht mehr angeboten.

Das Unternehmen reagiert damit auf Diskussionen um sogenannte "Killerspiele", die nach dem Amoklauf eines 17-Jährigen im baden-württembergischen Winnenden neu aufgeflammt waren. Ob die ebenfalls zur Metro AG gehörenden Elektronikketten Media Markt und Saturn, die erheblich höhere Umsätze mit PC- und Konsolenspielen als Galeria Kaufhof erzielen dürften, nachziehen werden, ist bislang nicht bekannt.

Der Geschäftsführer des Branchenverbands der Spieleindustrie (BIU), Olaf Wolters, kritisierte den Verkaufsstopp: "Ich finde es wirklich bedenklich, dass Kaufhof damit jedem Erwachsenen sein Recht auf Unterhaltung beschneidet", sagte Wolters Focus online. Willy Fischel, seines Zeichens Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels, betonte unterdessen, dass in der Branche streng auf Einhaltung des Jugendschutzes geachtet würde.

"Dabei helfen nicht zuletzt auch modernste Kassensysteme, die einen Warnton geben, wenn eine Alterskontrolle durchgeführt werden muss", sagte Fischel der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Wer die Altersbeschränkungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) nicht anwendet, riskiert nicht zuletzt auch ein Bußgeld. Im Zweifelsfall müsse sich der Verkäufer den Personalausweis des Kunden zeigen lassen. (pmz)