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Kauft Apple Be?

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In USA kursieren Gerüchte über eine mögliche Übernahme der kalifornischen Firma Be durch Apple Computer. Sie gehen zurück auf einen Bericht des Wall Street Journal, das unter Berufung auf einen Insider über Vorgespräche zwischen den beiden Firmen berichtet hatte. Das Magazin MacWeek holte daraufhin flugs ein Dementi bei Be-Gründer Jean-Louis Gassee ein, während Apple die Gerüchte gar nicht kommentieren wollte.

Gassee war bis 1990 Chef der Apple-Forschungsabteilung. Danach gründete er die Firma Be und entwickelte mit einer kleinen Mannschaft ein neues Betriebssystem, das BeOS, und einen Rechner auf PowerPC-Basis, die BeBox (siehe c't 12/95). Beide fanden seit der Vorstellung im Herbst 1995 eine Menge Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Auf der MacWorld Expo in Boston zeigte Be sein Betriebssystem auf einem Macintosh-Clone von Power Computing. Es hat eine moderne Mikrokernel-Architektur, bietet echtes preemptives Multitasking und unterstützt Mehrprozessor-Betrieb - Eigenschaften, die Apple-Kunden sich von einem künftigen MacOS wünschen. Während MacOS 8 alias Copland immer länger auf sich warten läßt, will Be bereits im Januar das BeOS als Alternative für fortgeschrittene Mac-Anwender anbieten.

Jetzt darf spekuliert werden, ob Apple vielleicht den PPC-nativen Kernel des BeOS zur Grundlage von MacOS 8 machen möchte. Die Beobachter geben freilich zu bedenken, daß Be heutzutage bereits etliche -zig Millionen Dollar teuer sein dürfte - mehr, als Apple sich derzeit leisten könne. Auch käme ein sanfter Übergang, wie Apple ihn am liebsten vollziehen würde, zu dem völlig neuen OS nicht in Frage; alle Applikationen müßten von Grund auf neu geschrieben oder portiert werden. Dennoch: Freaks und Fachleute wären von einem so konsequenten Schritt begeistert - ist BeOS doch bereits jetzt moderner als Copland es dereinst werden soll. (cp)

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