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Kaum neue Internetnutzer in Deutschland

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Die Zahl der Internetnutzer wuchs in Deutschland im vergangenen Jahr nur noch um 0,9 Prozentpunkte auf 75,6 Prozent der Bevölkerung an. Dies geht aus dem (N)onliner-Atlas 2012 (PDF-Datei) hervor, den die Initiative D21 am Dienstag veröffentlicht hat. Im Vorjahr war die Zahl der Internetnutzer noch um 2,7 Prozentpunkte angestiegen. 17,1 Millionen Deutsche ab 14 Jahren bleiben beruflich und privat als "überzeugte Offliner" außen vor. Dazu kommt, dass nur noch 3,1 Prozent der Bundesbürger planen, demnächst erstmals ins Netz zu gehen. 2011 lag diese Quote bei 3,3 Prozent. D21-Vertreter sprechen daher offen von einer Stagnation der Nutzerzahlen, der digitale Graben schließe sich kaum mehr.

Für die zwölfte Untersuchung dieser Art führte das Marktforschungsinstitut TNS Infratest wieder über 30.000 Interviews durch. Den geringsten Zuwachs der Vernetzten weisen vor allem die älteren Bevölkerungsgruppen auf, während die 14- bis 30-Jährigen mit einem Anteil von rund 97 Prozent Onlinern hervorstechen. Die Kluft zwischen Männern und Frauen im Netz hat sich weiter verringert. Die Quote steht nun 81 zu 70,5 Prozent. Der Anteil der Nutzer in der Gruppe mit formal einfacher Bildung stagniert, während der Zuwachs bei Absolventen weiterbildender Schulen ohne Abitur überdurchschnittlich hoch ist. 60,4 Prozent der Nicht-Berufstätigen sind online, was einem Plus von 1,7 Prozentpunkten entspricht. In der regulär arbeitenden Bevölkerung ging es von 88 auf 88,4 Prozent nach oben.

Hamburg vor Berlin und Bremen. Baden-Württemberg ist bei der Quote der Onliner unter den Flächenländern ganz vor.

(Bild: Initiative D21 (PDF-Datei))

Unter den Bundesländern hat Hamburg mit 80 Prozent Onlinern Bremen die Spitze abgejagt. Bremen rangiert nun mit 79,6 Prozent Nutzern auf Platz drei hinter Berlin, das mit 79,8 Prozent auf dem zweiten Rang bleibt. Auf Platz vier behauptete sich mit 78,2 Prozent Baden-Württemberg als der Flächenstaat mit der höchsten Internetpenetration. Trotz eines Zuwachses von 3,1 Prozentpunkten bildet Sachsen-Anhalt mit 67,3 Prozent noch immer das Schlusslicht. Mit 67,4 Prozent Internetnutzern nimmt das Saarland unter den alten Bundesländern weiterhin den letzten Platz ein.

Robert Wieland, Geschäftsführer von TNS Infratest, sagte, ein Leben ohne Breitbandanschluss sei noch Realität für 43 Prozent der Deutschen, auch wenn "wir hier 4,6 Prozentpunkte nach vorne gekommen sind". Schmalbandige Verbindungen würden noch von 11 Prozent der Befragten genutzt. Wichtigste breitbandige Zugangsart bleibe mit 42,2 Prozent der DSL-Anschluss, jedoch hätten Kabel- und Mobilfunkzugänge deutlich an Bedeutung gewonnen. 5,1 Prozent der deutschen Wohnbevölkerung nutzen mobiles Internet als primären Zugang. 2011 habe der Anteil bei 2,9 Prozent gelegen.

Ergebnisse der bislang parallel durchgeführten Studie zur "digitalen Gesellschaft" offenbarten, dass 2011 nur 38 Prozent der Deutschen ernsthaft in der digitalen Alltagswelt angekommen gewesen seien. Daher habe sich TNS Infratest entscheiden, den (N)onliner-Atlas und die Untersuchung zur Digitalgesellschaft zusammenzuführen. Von Anfang 2013 an soll dann der "D21-Digital-Index" bereitgestellt werden. (anw)

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