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Keilschrift-Bibliothek jetzt im Web

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Das Vorderasiatische Museum Berlin, das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und die Universität von Kalifornien haben heute im Berliner Pergamon-Museum die erste Keilschrift-Bibliothek vorgestellt. Die ersten 3200 Texte der Berliner Keilschriftsammlung sind bereits online verfügbar.

Abbildungen der weltweit 120.000 Schriften sollen schrittweise digitalisiert und über das Netz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ihr Inhalt erschließt sich bisher allerdings nur Fachleuten: Übersetzungen gehören noch nicht zum Web-Angebot, sollen aber später hinzugefügt werden. Dann können auch Wissenschaftler anderer Fachgebiete und interessierte Laien einiges über das Alltagsleben Mesopotamiens erfahren.

Keile, eingedrückt in Tontafeln, waren vor 5000 Jahren die übliche Methode, um schriftliche Notizen anzufertigen. Mit ihrer Hilfe wurden Wirtschafts- und Verwaltungstexte, Urkunden und astronomische Lehrbücher verfasst. Die erste Entzifferung von Keilschriften gelang zwar bereits vor 150 Jahren, doch warten noch viele der komplizierten Tontafelzeichen auf ihre Entschlüsselung. Mit der neuen Bibliothek könnte sich das ändern: "Wir erwarten entscheidende Impulse für die Weiterentwicklung der Keilschriftforschung", sagte Joachim Marzahn, Kustos der Berliner Keilschriftsammlung gegenüber. dpa/ (thd)

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