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Autofokus-Brille: Kein Gläsertausch im Alter mehr – dank Speziallinsen

Forscher wollen Gläsertausch im Alter abschaffen

(Bild: Stanford University)

Mit einer Brille, die die Sehstärke selbst anpasst, will ein Stanford-Professor Sehhilfen flexibler machen.

Bei Altersweitsichtigkeit brauchen Betroffene alle paar Jahre neue Brillen. Automatisch fokussierende Sehhilfen könnten sie überflüssig machen. Gordon Wetzstein, Assistenzprofessor für Elektrotechnik in Stanford, hat bereits einen Prototyp gebaut. Er stellt genau da scharf, wo der Träger gerade hinblickt, und soll dadurch vor allem Altersweitsichtigkeit ausgleichen, berichtet Technology Review in seiner September-Ausgabe [1], die ab Donnerstag am gut sortierten Kiosk liegt. So etwas tun herkömmliche Gleitsichtbrillen zwar auch, doch bei ihnen ist nur das Zentrum des Sichtfeldes richtig scharf, der Rand nicht. Also müssen Autofahrer den Kopf drehen, um etwa in den Rückspiegel zu schauen.

TR 9/2019

Dieser Beitrag stammt aus Ausgabe 9/2019 der Technology Review. Das Heft ist ab 15.08.2019 im Handel sowie direkt im heise shop erhältlich. Highlights aus dem Heft:

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"Das macht viele Aktivitäten, bei denen man schnell und oft zwischen Nähe und Ferne wechseln muss, schwierig bis unmöglich", so Wetzstein. Der Bedarf ist groß. "Mehr als eine Milliarde Menschen sind weitsichtig", sagt Wetzstein. Im Prinzip könnte Wetzsteins Brille auch Kurz- und Übersichtigkeit – eine meist genetisch bedingte Weitsichtigkeit – korrigieren. Allerdings hält er das für "Overkill", da beide Gruppen immer noch über einen relativ großen Bereich hinweg fokussieren könnten. Dafür reichen auch herkömmliche Gläser.

Wetzsteins Autofokus-Brille hingegen hat flüssigkeitsgefüllte Linsen. Kleine Servomotoren üben Druck auf deren Hüllmembran aus, wodurch sich Krümmung und Brennweite verändern. Nach einem ähnlichen Prinzip hatte Joshua Silver, Atomphysiker aus Oxford, bereits in den 80er-Jahren Lowtech-Linsen mit variabler Stärke entwickelt. Er befüllte dünne Plastikfolie mit Silikonöl und baute sie in handelsübliche Gestelle ein. Mit kleinen Spritzen an den Bügeln lässt sich Öl in die Linsen pumpen oder absaugen. So können Kurz- wie Weitsichtige nach kurzer Schulung die Brennweite selbst einstellen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc [9])


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[2] https://www.heise.de/tr/artikel/Akku-contra-Wasserstoff-Von-Bumm-zu-Boom-4495313.html
[3] https://www.heise.de/tr/artikel/Medizin-Apps-Daten-auf-Rezept-4495315.html
[4] https://www.heise.de/tr/artikel/Libra-Bank-ohne-Geheimnis-4495319.html
[5] https://www.heise.de/tr/artikel/Fokus-Essen-Lecker-Hightech-4495321.html
[6] https://www.heise.de/tr/artikel/Fokus-Essen-Fuer-dich-Moehren-fuer-mich-Erbsen-4495323.html
[7] https://shop.heise.de/katalog/technology-review-09-2019?wt_mc=intern.shop.shop.tr_1909.dos.textlink.textlink
[8] https://www.heise.de/tr/artikel/Brille-mit-Autofokus-4493493.html
[9] mailto:bsc@heise.de