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Kein Veto von Trump: US-Provider dürfen Surfgewohnheiten ihrer Kunden zu Geld machen

US-Provider dürfen nun wieder den Browserverlauf und Daten zu den Surfgewohnheiten ihrer Kunden verkaufen. Präsident Trump hat das Gesetz unterzeichnet, mit dem ein Verbot dieser Praktiken zurückgenommen wird.

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US-Präsident Donald Trump hat das Gesetz unterzeichnet, das es US-Internetprovidern (ISP) erlaubt, die Online-Aktivitäten und Bewegungsmuster ihrer User zu überwachen, zu speichern, auszuwerten und zu Geld zu machen. Welche Seiten die Nutzer besucht haben – also ihr Browserverlauf – darf neugierigen Werbekunden damit wieder verkauft werden. Das vergangene Woche von den Republikanern in beiden Kammern des Parlaments verabschiedete Gesetz setzt dem entgegenstehende Vorgaben der Telecom-Regulierungsbehörde FCC außer Kraft. Trumps Unterschrift war eine reine Formsache, auch wenn sich vergangene Woche gezeigt hat, dass viele seiner Unterstützer das Gesetz entschieden ablehnen.

Das Gesetz ist ein Erfolg für Internetprovider und die Werbebranche, die sich massiv für die Rücknahme der FCC-Regeln eingesetzt hatten. Bürgerrechtler befürchten, dass die Provider nun versuchen, neuerlich besonders neugierige Software ab Werk auf Endgeräte zu bringen, übertragene Daten etwa durch die Einfügung eigener Scripts, Reklame oder Cookies zu manipulieren und übertragene Inhalte auszulesen. Aufrufe an Kunden, besonders neugierige Provider durch eine Kündigung zu bestrafen, laufen für 60 Prozent der US-Amerikaner ins Leere: Sie sind auf einen einzigen Anbieter angewiesen und können gar nicht wechseln, ohne umzuziehen. (mho)