Menü

Keine Einwände gegen Mobilfunkanlagen im Kirchturm

vorlesen Drucken Kommentare lesen 128 Beiträge

Die evangelische Landeskirche Thüringen sieht im Bau von Mobilfunkanlagen auf Kirchtürmen einen Beitrag zum Gemeinwohl. Kirchtürme seien schon immer für diesen Zweck genutzt worden, etwa durch den Einbau der Uhren. "Es gibt auch Gemeinden, in denen die Feuerwehrschläuche im Kirchturm getrocknet werden", sagte Ralf-Uwe Beck, Umwelt- und Drittmittelbeauftragter der Landeskirche in einem Gespräch mit der Deutschen Presse Agentur. Über solche Vorhaben müsse jedoch jede Kirchgemeinde selber entscheiden. Beck empfahl den Gemeinden aber dringend, frühzeitig die Einwohner des Ortes einzubeziehen. "Was Kirche lernen muss, ist ein nicht allzu enges Verständnis von Öffentlichkeit".

Bisher sei in etwa zehn Kirchen in Thüringen Mobilfunkanlagen eingebaut worden. Die Landeskirche gebe keine Empfehlungen für oder gegen Antennen, sagte Beck. In einem Papier würden lediglich Argumente pro und contra aufgelistet. Bedenken könne es aus gesundheitlicher, baulicher und tierschützerischer Sicht geben. Die Landeskirche dringe aber darauf, dass die Antennen nicht von außen zu sehen seien. "Auf der anderen Seite stehen natürlich die Erträge für die Gemeinde", sagte Beck. In der Regel liege die Summe zwischen 6000 und 10000 Mark pro Jahr.

"Wir haben einen Stau bei Baumaßnahmen, und die Gemeinden sind dringend auf Mittel angewiesen", sagte Beck. Für Mobilfunkfirmen seien Kirchtürme eine kostengünstige Lösung. Die Unternehmen müssten keine Masten errichten und hätten eine klare Grundstückssituation. Das Interesse an Standorten sei nach wie vor groß. (em)