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Keine Fortschritte im Konflikt um Arbeitsplätze bei EDS

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Im Tarifkonflikt beim IT-Dienstleister EDS sind die gerade aufgenommenen Gespräche zwischen Gesamtbetriebsrat und dem neuen Eigner Hewlett-Packard (HP) wieder ins Stocken geraten. Man habe sich ohne greifbare Ergebnisse auf Freitag vertagt, berichtete Thomas Müller von der Gewerkschaft ver.di nach Gesprächen mit dem deutschen HP-Personalchef Ernst Reichart.

Am Montagmorgen waren zum Auftakt der dritten Streikwoche erneut hunderte Beschäftigte des Computerunternehmens nicht zur Arbeit angetreten, um EDS zur Aufnahme von offiziellen Tarifverhandlungen zu bewegen. Zentral ist der Wunsch nach Abkommen zur Beschäftigungssicherung, es geht aber auch um Tarifverträge über Entgelte und Arbeitszeit. Die Gewerkschaften hatten gehofft, dass die Gespräche mit HP zur Lösung des Konflikts führen könnten.

An allen bisherigen Streiktagen hätten sich jeweils rund 1000 Beschäftigte beteiligt, erklärten die Gewerkschaften ver.di und IG Metall. Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder warnte EDS vor möglichen Folgen des Streiks. Niemand wolle, dass etwa bei Opel die Bänder stillstünden, bei Sal. Oppenheim die Abläufe gestört würden oder die Produktion bei adidas, bei Arcelor Mittal oder bei Kraft in Bremen gefährdet werde. Die Kunden von EDS OS sollten aber wissen: "Die Verantwortung für die Eskalation trägt die EDS-Führung. Wir wollen Tarifverträge", erklärte Schröder.

Am heutigen Dienstag werden bei einer zentralen Kundgebung in Rüsselsheim Delegationen aus den übrigen EDS-Niederlassungen erwartet, die zum Teil von Schließungen bedroht sind. Zudem werden die Verhandlungen der Einigungsstelle zwischen Betriebsrat und EDS- Geschäftsführung fortgesetzt. Der Vorsitzende, ein ehemaliger Arbeitsrichter, hatte die Parteien zu einer Paketlösung aufgefordert.

HP hatte nach der EDS-Übernahme einen verschärften Kurs beim weltweiten Stellenabbau angekündigt. Die Gewerkschaften gehen von 1150 Stellenstreichungen in Deutschland aus – bei insgesamt 4200 EDS-Jobs bundesweit. Bei der EDS OS GmbH sollen 839 Arbeitsplätze wegfallen. Standortschließungen seien in Ludwigsburg, Leuna, Wuppertal, Essen und Köln geplant.

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(dpa) / (jk)