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Keine Mobilfunk-Masten auf oberbayrischen Kirchen

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Auf den Türmen der katholischen Kirchen im Erzbistum München und Freising werden keine Mobilfunkantennen installiert. "Trotz lukrativer Angebote von Mobilfunkbetreibern", heißt es in der Erklärung des Bistums, lehnten die zuständigen Kirchenreferenten unter Vorsitz des Münchner Kardinals Friedrich Wetter diese "weltliche Nutzung der Kirchtürme" strikt ab.

Mit dem Beschluss für das Erzbistum sollte eine unterschiedliche Praxis in den einzelnen Pfarreien verhindert werden. Angesichts der aktuellen hitzigen Diskussion in der Öffentlichkeit über Mobilfunkantennen befürchteten die Kirchenoberen auch erhebliche Proteste oder gar Spaltungen einzelner Pfarrgemeinden.

In der Diskussion vor dem ablehnenden Beschluss war unter anderem auf die "charakteristische Funktion der Kirchtürme" hingewiesen worden. Sie markierten in Dörfern und Stadtteilen einen Ort des Gottesdienstes und des Gebetes, hieß es. Außerdem sei nach wie vor nicht abschließend geklärt, ob durch den Betrieb von Mobilfunkantennen die Gesundheit der Menschen beeinträchtigt werden könne.

Das Thema Mobilfunk von Kirchtürmen sorgt landesweit immer wieder für hitzige Diskussionen: Zuletzt hatte die evangelische Kirche in Westfalen beschlossen, dass landesweit keine neuen Verträge mit Mobilfunkbetriebern abgeschlossen werden sollen. Auch die evangelische Kirche in Bayern will über diese Frage diskutieren. Der in Landshut tagenden Landessynode liegen dazu mehrere Eingaben vor, in denen ein Verbot von Mobilfunkantennen auf den Türmen von evangelischen Kirchen in Bayern gefordert wird. (wst)