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Keine Newsletter und Massen-Messages über WhatsApp mehr

Facebook hat angekündigt, den Versand von Newslettern und Massenmails über WhatsApp ab Dezember komplett zu verbieten und juristisch zu verfolgen.

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Der US-Konzern hatte WhatsApp 2014 für etwa 22 Milliarden Dollar gekauft.

(Bild: dpa, Martin Gerten)

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Es ist eine Bekanntgabe mit großer Wirkung: Facebook hat auf Googles Newsgeist-Konferenz verkündet, dass es ab dem 7. Dezember 2019 keine Newsletter oder anderweitige Massen-Nachrichten über WhatsApp mehr tolerieren will. Mehr noch: Wer sich dem Verbot widersetzt, soll juristisch belangt werden, wie das Unternehmen nun auch in den WhatsApp-FAQs unmissverständlich klarmacht.

Facebook begründet die Maßnahme damit, dass es vermehrt zu Problemen mit Fake News komme, die über den Dienst verbreitet würden. Als Beispiel wurde Indien genannt, doch auch in anderen Ländern werden über WhatsApp gezielt falsche Nachrichten gestreut – in Südamerika sogar mit entscheidenden Auswirkungen auf die brasilianische Präsidentenwahl 2018. In den FAQ betonen die Verantwortlichen, dass WhatsApp prinzipiell dem privaten Nachrichtenaustausch sowie dem direkten Dialog zwischen Unternehmen und individuellen Personen dienen solle.

Die Maßnahme dürfte Medienverlage hart treffen, die WhatsApp als Plattform für eine Art Push-Nachrichtendienst verwenden und damit vor allem ein jüngeres Zielpublikum erreichen. Obwohl gemäß der WhatsApp-Nutzungsbedingungen solche Nachrichten schon bisher nicht zulässig waren, wie Facebook ausdrücklich betont, wurden sie de facto in einer Art rechtlicher Grauzone geduldet – auch, weil die Durchsetzung der Nutzungsbedingungen sich laut FAQ bisher auf Verstöße beschränkte, die man direkt auf der Plattform nachweisen konnte.

Ab dem 7. Dezember will WhatsApp zusätzlich zu technischen Gegenmaßnahmen wie der Sperrung von Accounts nun auch juristische Schritte gegen weitere Personen und Unternehmen einleiten. Dazu gehören "diejenigen, die aus unserer Sicht Verstöße gegen unsere Nutzungsbedingungen begehen oder Dritte dabei unterstützen, etwa durch automatisiertes oder Massen-Messenging oder nicht-persönliche Nutzung; und zwar selbst dann, wenn unsere Feststellung sich ausschließlich auf Informationen gründet, die sich nicht auf unserer Plattform selbst befinden." Im Klartext: Wer den Versand solcher Newsletter auf seiner Homepage anbietet, riskiert ab dem genannten Datum ebenfalls eine Klage.

Facebook stellt die FAQ ausdrücklich in den Kontext eines verschärften Vorgehens gegen die missbräuchliche Nutzung von WhatsApp durch den Versand von Massennachrichten ("Bulk Messenging") und Chatbots ("Automated Behavior"). Dazu hatte Facebook bereits im Februar 2019 ein Whitepaper für WhatsApp erstellt, in dem es eine technologische Aufrüstung skizzierte.

Zwar könne man durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung den Inhalt der Nachrichten nicht einsehen, beispielsweise aber die Frequenz erfassen, mit der ein Account Nachrichten verschickt. Bei Auffälligkeiten springe das System an. Anfang 2019 hatte WhatsApp auch die Weiterleitung von Nachrichten beschränkt. Für seine Gegenmaßnahmen setzt Facebook außerdem verstärkt auf Maschinelles Lernen. (mon)