Keine Partystimmung zum Brexit – Gefahr eines No Deals nicht gebannt

Großbritannien verlässt in der Nacht zum Samstag die Europäische Union. Ddreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum der Briten wird der EU-Austritt Realität.

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Keine Partystimmung zum Brexit – Gefahr eines No Deals nicht gebannt

Nun ist Schluss

(Bild: European Union, 2016)

Von
  • Christoph Meyer, Silvia Kusidlo und Verena Schmitt-Roschmann, dpa
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Der Weg für den Brexit ist endgültig frei. Die Europäische Union schloss am Donnerstag die Ratifizierung des Austrittsabkommens ab, wie der Rat den Mitgliedsstaaten mitteilte. In der Nacht zum Samstag wird Großbritannien die EU somit nach fast 50 Jahren verlassen. Doch der Streit über den Brexit ist damit nicht beendet. London und Brüssel steht noch ein schwerer Weg bevor.

Erst jetzt können die Gespräche über die künftigen Beziehungen beginnen. In einer elfmonatigen Frist soll geklärt werden, wie es ab 2021 im Handel und auf anderen Feldern weitergeht. Kritiker halten den Zeitraum für viel zu kurz. "Bis Ende 2020 werden wir nicht alle Bereiche im Detail regeln können", warnte Bundesaußenminister Heiko Maas im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Gefahr eines Brexit-Chaos zum Jahresende ist nicht vom Tisch.

Der historische Moment am späten Freitagabend (23 Uhr britische Zeit, 24 Uhr MEZ) wird in London nur mit schmalem Programm begangen. Man wolle die Brexit-Gegner nicht vor den Kopf stoßen, begründete das Premierminister Boris Johnson. Nur eine Lightshow, Union-Jack-Fahnen und eine Rede des Premiers sollen den Schritt begleiten. Kein Feuerwerk, nicht einmal das Londoner Wahrzeichen Big Ben soll läuten. Denn die britische Gesellschaft ist tief gespalten. Jüngsten Umfragen zufolge sind noch immer 53 Prozent der Briten für einen Verbleib in der EU und 47 Prozent für den Austritt.

Seine Verhandlungsziele für die künftigen Beziehungen will der Premier britischen Medien zufolge nächste Woche vorstellen. Souveränität sei wichtiger als reibungsloser Handel, will er laut Telegraph in seiner Rede betonen. Der Bruch zwischen London und Brüssel soll viel klarer ausfallen als unter Johnsons Vorgängerin Theresa May geplant. Er will sein Land von der Anbindung an EU-Regeln frei machen und die Verbindungen weitgehend kappen.