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Keine Premiere: Bundesliga-TV-Rechte an alte Partner vergeben

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Pressing: Die Sportschau am Samstag sieht sich einem aggressiven Premiere-Angriff ausgesetzt.

(Bild: DFL)

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat am heutigen Freitag die Lizenznehmer der Bundesliga-TV-Übertragungsrechte für die Spielzeiten 2009/10 bis 2012/13 offiziell bekannt gegeben. Die Live-Pay-TV-Rechte einschließlich Internet-Streams konnte sich der Münchner Privatsender Premiere sichern, der dafür eigenen Angaben zufolge pro Jahr zwischen 225 Millionen Euro (2009/10) und 275 Millionen Euro (2012/13) zahlt. Premiere ist seit 17 Jahren im DFL-Aufgebot, wurde im Dezember 2005 aber vorübergehend in die 2. Mannschaft verbannt, weil der Kabelnetzbetreiber Unity Media den Münchnern damals überraschend die Pay-TV-Rechte weggeschnappt hatte. Dessen Arena-Angebot wurde von den Zuschauern aber nicht angenommen, weshalb Premiere schon nach einer Saison wieder in die Startelf rückte.

Im Free-TV sicherte sich die ARD die Rechte an Zusammenfassungen, die samstags ab 18:30 Uhr und sonntags ab 21:45 Uhr ausgestrahlt werden dürfen. Außerdem überträgt die ARD die neuen Relegationsspiele live, die über den dritten Erstliga-Auf- beziehungsweise Absteiger entscheiden. Konkurrenz bekommt die Sportschau am Samstag durch das neue "Spiel der Woche", das für 18:30 Uhr angesetzt ist und von Premiere übertragen wird. Das ZDF zeigt weiterhin Fußballberichte ab 22:00 Uhr am Samstag im Aktuellen Sportstudio. Das DSF konzentriert sich künftig ganz auf die 2. Liga und zeigt freitags sowie sonntags Zusammenfassungen der Spieltage und überträgt parallel zu Premiere das Montag-Spiel live.

Die Rechte im Bereich IPTV und Mobilfunk verbleiben bei der Deutschen Telekom. Das Gesamtvolumen des 4-Jahres-Vertrages beläuft sich DFL-Angaben zufolge auf 1,65 Milliarden Euro, was durchschnittlich rund 412 Millionen Euro pro Saison sind, 7 Millionen Euro mehr als in den vergangenen drei Jahren. "Wir haben in einer schwierigen Lage für den Profi-Fußball ein vorzeigbares Ergebnis erzielt", erklärte Liga-Präsident Reinhard Rauball, der dabei erneut Vorgaben des Bundeskartellamtes kritisierte, das auf einer zeitnahen Free-TV-Berichterstattung bestanden hatte. An den Kartellamts-Vorgaben war zuletzt der Vertrag mit dem Medienunternehmer Leo Kirch gescheitert, der 500 Millionen Euro pro Saison für die künftige Vermarktung der Bundesliga-TV-Rechte geboten hatte. (pmz)