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Keine grüne Welle für Microsofts Project Green

Microsofts Pläne für eine einheitliche Unternehmens-Softwareplattform -- Codename: Project Green -- kommen nur stotternd voran.

Vier Softwarehäuser -- Navision und das darin aufgegangene Axapta, Great Plains und Solomon -- hat Microsoft in den vergangenen Jahren eingekauft. Die einzelnen Zweige sind offenbar schwerer zu managen als gedacht. Aus den verschiedenen Anwendungen wollten die Redmonder bis 2008 eine gemeinsame Plattform für Unternehmensanwendungen formen. Project Green, das eine einheitliche Code-Basis aller Programme vorsieht, sollte dieses Frühjahr bereits die ersten Früchte tragen. Doch die Releases zweier Anwendungen wurden bereits verschoben. So wird Microsoft CRM 2.0 erst Ende des Jahres freigeben. Das Paket Axapta 4.0 fürs Enterprise Resource Planning wird offenbar im ersten Halbjahr 2006 fertig, just hat man in Redmond das Service Pack 4 für die laufende Version zum Sommer avisiert. Beide Produktlinien sind zirka ein Jahr verspätet. Nahe liegende Ambitionen, mit dem Einheitsprodukt in den Anwendungsmarkt für größere Unternehmen einzusteigen, hatte Microsoft bereits im Umfeld des Oracle-Peoplesoft-Mergers in Abrede gestellt.

Jetzt schilderte Doug Burgum, General Manager der Business Solutions Group, auf Microsofts Convergence-Konferenz in San Diego eine Green-Entwicklung, die "in zwei Wellen" verlaufen werde. Von einer gemeinsamen Plattform war dabei gar nicht mehr die Rede. Vielmehr will man sich ab jetzt bis 2007 auf ein gemeinsames, rollenbasiertes Nutzer-Interface und einheitliches Look&Feel der Anwendungen konzentrieren. Der Sharepoint-Server soll gemeinsames Portal aller Programme werden. Daneben ist auch eine Web-Service-Struktur vorgesehen, um die Produkte untereinander und mit anderen Programmen zu verbinden. Alle vier ERP-Produktlinien behalten jedoch bis auf weiteres ihre eigenen Release-Zyklen. Die Unterstützung der jeweiligen Versions-Lebenszyklen für Axapta, Navision, Great Plains und Solomon wird von bisher drei auf fünf Jahre verlängert.

Die "zweite Welle" rollt ab 2008 -- ein Enddatum nannte Burgum nicht. In dieser Periode sollen die ERP-Applikationen enger an den Betriebssystem-Client Longhorn und die Office-Version 12 gekoppelt werden, die beide für 2006 geplant sind. Sie sollen zudem das kommende Dateisystem WinFS zur Auswertung unstrukturierter Daten in Geschäftsanwendungen nutzen können. (Erich Bonnert) / (Erich Bonnert) / (hps)

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