Kepler: Ältestes Sternsystem mit erdgroßen Exoplaneten entdeckt

Um den Stern Kepler-444 wurden fünf Exoplaneten entdeckt, die mehr als doppelt so alt sind wie unsere Erde. Auch wenn dort kein erdähnliches Leben möglich ist, heißt es, dass sich schon vor Ewigkeiten Leben in der Milchstraße entwickelt haben könnte.

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Kepler: Bislang älteste erdgroße Exoplaneten entdeckt

So könnte das System von Kepler-444 aussehen.

(Bild: Tiago Campante/Peter Devine)

Von
  • Martin Holland

Wissenschaftler haben mithilfe der Daten der NASA-Sonde Kepler einen Stern gefunden, der mehr als 11 Milliarden Jahre alt ist und von mindestens fünf Exoplaneten in Erdgröße umkreist wird. Damit hätten sie nach eigenen Angaben gezeigt, dass Exoplaneten in der Größe unserer Erde in fast der gesamten Geschichte des 13,8 Milliarden Jahre alten Universums geformt wurden. Damit sei es möglich, dass sich in ferner Vergangenheit abseits der Erde Leben entwickelt hat, schreiben die Forscher der Iowa State University.

Im Astrophysical Journal beschreiben sie den Stern Kepler-444 und seine Begleiter genauer. Die fremde Sonne ist demnach etwa 25 Prozent kleiner als unsere und 117 Lichtjahre von uns entfernt. Seine Planeten fallen bezüglich ihrer Größe zwischen Merkur und Venus. Sie sind also zwar kleiner als die Erde, dürften aber ähnlich aufgebaut sein und sind somit erdähnlich. Sie umkreisen Kepler-444 so eng, dass ein Umlauf bei keinem länger als 10 Tage dauert. Deswegen sei es auf ihnen auch zu heiß, damit sich erdähnliches Leben entwickeln kann.

Für ihre Analysen haben die Forscher Resonanzen in dem Stern gemessen. Die beeinflussen dessen Temperatur und erzeugen wiederkehrende Wechsel der Helligkeit, aus denen auf den Umfang, die Masse und das Alter des Himmelskörpers geschlossen werden könne. Die Exoplaneten wiederum wurden mithilfe der Transitmethode entdeckt und analysiert. Kepler misst dafür regelmäßig die Helligkeit des Sterns, Verdunkelungen deuten auf einen dazwischen vorbeiziehenden Exoplaneten hin.

Die Entdeckung gilt deswegen als wichtig, weil sie zeige, dass sich auch um die erste Generation von Sternen in unserer Galaxie Planetensysteme entwickelten. Das geschah damit etwa sieben Milliarden Jahre, bevor es im Sonnensystem so weit war – am richtigen Ort also jede Menge Zeit für die Entstehung von Leben wie wir es kennen. Exoplaneten sind demnach seit sehr langer Zeit ein verbreitetes Merkmal mindestens unserer Milchstraße. Die Entdeckung ermögliche deswegen ein besseres Verständnis der Planetenbildung in unserer Galaxie, konstatieren die Forscher.

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(mho)