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Kernel-Log: Was 2.6.28 bringt (9) - Fastboot und andere Überbleibsel

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Die vorangegangenen acht Teile der "Was 2.6.28 bringt"-Serie des Kernel Logs haben einige der bedeutsamsten in 2.6.28 eingeflossenen Änderungen des Linux-Kernels beschrieben. So manche der im Hauptentwicklungszweig vorgenommen Commits passten aber nicht so recht in die bisherigen Artikel der Serie hinein und blieben dadurch unerwähnt; in anderen Fällen nahmen die Kernel-Entwickler noch kleinere, aber dennoch signifikante Änderungen in Bereichen des Kernels vor, nachdem wir über die dortigen Modifikationen bereits berichtet hatten.

Bisher unerwähnt geblieben waren etwa einige von Intel-Entwickler Arjan van de Ven eingebrachte Änderungen, die das Initialisieren der Hardware und so den Boot-Vorgang beschleunigen sollen (u. a. 1, 2, 3, 4). Diese und einige weitere, von Torvalds allerdings zurückgewiesene Änderungen hatte van de Ven bei dem auf der Linux Plumbers Conference gezeigten Netbook eingesetzt, das nur fünf Sekunden zum Start von Linux benötigte. Bei den meisten Systemen dürfte Linux 2.6.28 aber trotz der integrierten Fastboot-Patches nur unwesentlich schneller starten, da gängige Mainstream-Distributionen die meiste Zeit mit dem Initialisieren von Userspace-Diensten sowie dem Laden von Anmelde-Manager und Desktop-Umgebung vertrödeln. Wer dennoch die für die Kernel-Initialisierung benötigte Zeit zu Optimierungszwecken näher analysieren will, kann dabei nun auf die neue, speziell für diesen Zweck eingerichtete Tracing-Infrastruktur zurückgreifen.

Neben dem Kernel Log haben sich indes wieder auch einige Kernel-Entwickler und zahlreiche Online-Medien näher mit den für Linux 2.6.28 aufgenommenen Änderungen beschäftigt. Die Übersicht auf kernelnewbies.org etwa gibt einen gewohnt detaillierten Überblick, während der LWN.net-Gründer und -Leiter Jonathan Corbet im Linux Weather Forecast der Linux Foundation und einem zugehörigen Blog-Eintrag es eher kurz hält; in drei LWN.net-Artikeln geht Corbet allerdings detaillierter auf die Änderungen ein und beschäftigt sich dabei auch mit den für Entwickler wichtigen Anpassungen an den Programmierschnittstellen des Kernels (1, 2, 3). Die wichtigsten Neuerungen im WLAN-Bereich haben die Entwickler des WLAN-Subsystems in ihrem Wiki zusammengefasst. Und das Wiki der FireWire-Entwickler verrät, dass einige für sich betrachtet eher unscheinbare Commmits im FireWire-Subsystem dieses robuster gegen Verbindungsabbrüche machen sollen.

Bereits in den nächsten Tagen dürfte Linux 2.6.28 auch schon erscheinen, nachdem Linus Torvalds vor wenigen Stunden die neunte Vorabversion des Kernels veröffentlichte und dabei ankündigte, dass 2.6.28 ein "Weihnachts-Release" werden wird. ("And btw, I do think that I'll make 2.6.28 be a Christmas release (or Hanukkah, Kwanzaa, Solstice, Insert-Favorite-Holiday, whatever). Because quite frankly, this kind of boredom won't help anything and I'll go stir crazy if I have to do this for another two weeks.") Das normalerweise direkt im Anschluss für zwei Wochen offene Merge Window für die nächste Kernel-Version will er etwas ausdehnen, damit Kernel-Hacker, die über die Feiertage unterwegs sind, genug Zeit haben, um ihre Änderungen zur Aufnahme in die nächste Kernel-Version vorzubereiten und einzusenden.

Zahlreiche weitere wichtige, aber nicht ganz so bedeutsame und bisher nicht erwähnte Änderungen von 2.6.28:

ACPI:

Netzwerk:

Dateisysteme:

Storage:

Grafik:

Dokumentation:

Verschiedenes rund um Infrastruktur und Architektur-Unterstützung:

Verschiedene Treiber:

Weitere Hintergründe und Informationen rund um Entwicklungen im Linux-Kernel und dessen Umfeld finden sich auch in den vorangegangen Ausgaben des Kernel-Logs auf heise open:

Ältere Kernel-Logs finden sich über das Archiv oder die Suchfunktion von heise open. (thl)