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Kernel-Log: e1000e-Problem umschifft, Morton lobt Btrfs

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Kernel-Log-Logo

Die Kernel-Entwickler haben zahlreiche, im wesentlichen von Intel-Entwicklern programmierte Änderungen in den Hauptentwicklungszweig von Linux eingepflegt, die den nichtflüchtigen Speicher (NVM) von Intel-Netzwerkchips vor versehentlichem Überschreiben schützen. Das soll das seit knapp zwei Wochen breit diskutierte Problem der bisherigen Vorabversionen von 2.6.27 umschiffen, das teilweise Intel-Netzwerkchips auf Boards unbrauchbar machte, die auf die Netzwerkfunktionen der Intel-Southbridges ICH8, ICH9 oder ICH10 zurückgreifen.

Den Hauptschutz soll ein bereits vor einigen Tagen eingepflegter Patch für den Treiber gewährleisten, durch das der Treiber bereits kurz nach dem Laden den Schreibschutz für den NVM setzt. Zahlreiche 24 Stunden später eingepflegte Änderungen (1, 2, 3, 4, 5, 6) verbessern den Schutz, korrigieren kleinere Fehler oder erleichtern die Fehlersuche. Die eigentliche, vermutlich nicht im e1000e-Treiber zu suchende Ursache für das ungewollte Überschreiben des nichtflüchtigen Speichers haben die Entwickler aber wohl noch nicht gefunden. Einige Distributoren liefern bereits Kernel mit, die den Schutz enthalten – darunter die kürzlich veröffentlichte zweite Beta von OpenSuse 11.1 sowie der Kernel im Entwicklerzweig von Fedora (Rawhide).


Nachdem sich das vorangegangene Kernel-Log bereits mit dem Wunsch nach einer baldigen Aufnahme von Btrfs in den Hauptentwicklungszweig von Linux befasste, hat sich Andrew Morton nun zum Thema zu Wort gemeldet: Dabei plädiert er für eine baldige Integration in linux-next gefolgt von der Aufnahme in den Hauptentwicklungszweig für die Kernel-Version 2.6.29. Am Ende seiner Mail betont Morton, dass Linux seit einiger Zeit ein neues Dateisystem nötig hätte, und dass btrfs genau dies sein könnte; eine Sonderbehandlung sei daher angebracht ([...]I do think that Linux has needed a new local filesystem for some time, and btrfs might be The One, and hence is worth a bit of special-case treatment.[...]).

Daniel Phillips arbeitet derweil weiter am Ende Juli angekündigten Dateisystem Tux3. Im Rahmen dessen hat er in den vergangenen Wochen mehrfach Mails mit Informationen zur Arbeitsweise von Tux3 und zu den Entwicklungsfortschritten an die Linux-Kernel Mailing List (LKML) gesandt – Antworten auf seine Mails erhielt Phillips auf der LKML aber bislang keine.


Die Netfilter-Entwickler haben sich kürzlich in Paris zum diesjährigen Netfilter Workshop getroffen; David S. Miller fasst die Ereignisse in seinem Blog zusammen und erwähnt dabei auch das von Patrick McHardy neu entwickelte Paket-Fiter-Framework. Einige der auf dem Treffen gezeigten Präsentationen finden sich in auf der Homepage des Netfilter Workshop verlinkt; darunter auch eine von David S. Miller (PDF-Datei), die sich mit der bei 2.6.27 neuen "Linux TX Multiqueue Implementation" beschäftigt.


Kernel-Log-Staccato

  • Intel hat die ACPI Integrated Graphics Device OpRegion Specification unter einer Creative-Commons-Attribution-Lizenz veröffentlicht. Mit Hilfe diese Informationen sollen Entwickler die Helligkeitssensoren sowie Funktionstasten zum Umschalten des Displays-Ausgangs in Grafiktreibern korrekt auswerten können.
  • Jesse Barnes hat in seinem Blog einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen rund um das PCI-Subsystem von Linux, den Intel-Grafiktreiber 2.5 von X.org und GEM (Graphics Execution Manager) veröffentlicht. Letzteres soll demnach mit der Version 2.6.28 zu Linux hinzustoßen.
  • Der bei Red Hat beschäftigte Entwickler Nick Clifton will in seinem Blog in Zukunft Monatlich die wichtigsten Neuerungen rund um GCC, Binutils, Newlib und GDB zusammenfassen. Die September-Ausgabe ist bereits sein längerem verfügbar.

Weitere Hintergründe und Informationen rund um Entwicklungen im Linux-Kernel und dessen Umfeld finden sich auch in den vorangegangen Ausgaben des Kernel-Logs auf heise open:

Ältere Kernel-Logs finden sich über das Archiv oder die Suchfunktion von heise open.