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Technology Review

Kinect hilft Rollifahrern

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Der portugiesische Forscher Luis Carlos Inacio de Matos nutzt die Bewegungssteuerung Kinect, um behinderten Menschen zu helfen: Mit dem Projekt Wi-Go hat er eine Plattform entwickelt, die Rollstuhlfahrern den Alltag erleichtern kann, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Um de Matos' Idee zu verstehen, muss man sich zunächst einmal vergegenwärtigen, wie schwierig Rollstuhlfahrer es derzeit beim ganz normalen Einkauf im Supermarkt haben. Neben dem Rolli müssen sie, wenn es etwas mehr Produkte sein sollen, auch noch einen Einkaufswagen bewegen – ein nur mit äußerstem Geschick zu handhabendes Problem.

De Matos, der mit dem Institut für Informatik der Universität Beira Interior in Portugal zusammenarbeitet, hat deshalb nun eine Kombination aus Soft- und Hardware entwickelt, die hier Abhilfe schafft.

Das Kinect-System sitzt dabei auf einem speziell ausgerüsteten Einkaufswagen mit Motor. Der Rollstuhlfahrer fährt dabei wie gewohnt, doch das Bewegungserfassungssystem trackt jede seiner Bewegungen. Wie eine Art Zug ohne direkte Verbindung repliziert das Einkaufswagengefährt das, was der Rollifahrer tut – selbst durch enge Gassen oder Diebstahlschutzeinrichtungen hindurch.

Derzeit ist Wi-Go noch in einem frühen Stadium, auch wenn der Folgemodus bereits gut funktioniert. Eine neue Version soll sich beispielsweise auch parallel zum Rollstuhl bewegen können, damit das Einladen von Produkten aus dem Regal erleichtert wird.

Übrigens dürfte Wi-Go nicht der einzige Kinect-Hack bleiben, der Menschen mit Behinderung unterstützt. Ein Projekt an der Uni Konstanz hilft Blinden, in einem weiteren Forschungsvorhaben wird versucht, Gebärdensprache per Kinect zu erkennen.

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(bsc)