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Kino.to: Razzia bei Werbevermarktern

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Die Behörden sind mit Durchsuchungen in drei Bundesländern gegen Werbevermarkter vorgegangen, die mit Anzeigenschaltungen zur Finanzierung des vor einem Jahr geschlossenen Streaming-Portals Kino.to beigetragen haben sollen. Im Zuge der Ermittlungen seien zwei Inhaber eines Unternehmens verhaftet worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit.

Während einer der beiden Verdächtigten während der Durchsuchungen vor einer Woche verhaftet worden war, stellte sich der zweite junge Mann den Angaben der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) zufolge am Montag freiwillig. Beiden wirft die Staatsanwaltschaft gewerbsmäßige Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung vor.

Die Ermittlungen in Hamburg, Bayern und Schleswig-Holstein richten sich gegen ein Werbenetzwerk, dass Werbung auf Webseiten geschaltet haben soll, die urheberrechtlich geschütztes Material ungenehmigt verbreiten. Unter anderem sei die Werbung auf Filehostern geschaltet worden, auf denen die über Kino.to verbreiteten Filmdateien gespeichert waren. Dabei sollen die Verdächtigten Umsätze im sechsstelligen Bereich erzielt haben.

Die Ermittler stellten bei den Durchsuchungen Unterlagen und Rechner sicher. Die Webseiten des Vermarkters, bei dem es sich nach Informationen von Spiegel Online um eads.to handelt, sind offline. Die Firma hat Werbung auf sogenannten "Sonderfallseiten" vermittelt, wie etwa Websites mit Pornos oder Raubkopien genannt werden.

Aufgefallen war der Werbevermittler den Ermittlern der GVU. Dabei seien Hinweise auf einen Zusammenhang mit Kino.to aufgefallen, heißt es bei den Piratenjägern der Filmbranche. Die Erkenntnisse seien dann mit den Dresdener Staatsawälten geteilt worden, die das Verfahren gegen Kino.to führte. Der Betreiber des Streaming-Portals und einige seiner Mitstreiter wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt.

In dem Schlag gegen die Werbevermarkter zeigt sich die neue Strategie der Rechteinhaber, den Betreibern illegaler Websites den Geldzufluss zu kappen. Die Werbewirtschaft hat sich im Rahmen des Wirtschaftsdialogs im Bundeswirtschaftsministerium über mögliche Maßnahmen gegen Online-Piraterie zur Kooperation bereit erklärt. Dass es dabei um viel Geld gehen kann, zeigt der Fall Kino.to: Der zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilte Chef des Portals hat damit Millionen verdient. (vbr)