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Klangkörper Mensch

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Die amerikanischen Musikwissenschaftler Brent D. Hugh und Todd Barton wollten die seit kurzem vom Humangenomprojekt und Celera weitgehend entschlüsselte Struktur der menschlichen Erbinformation zum Klingen bringen. Hugh, der hauptberuflich als Musikprofessor am Missouri Western State College lehrt, hat dafür die DNA-Forschungsergebnisse analysiert und mit Barton in komplexe Rhythmen übersetzt.

Hugh ließ die einfachen genetischen Sequenzen erst einmal durch ein von ihm generiertes Computerprogramm laufen, um damit Melodien und rhythmische Grundmuster zu erzeugen. Dann komponierte er aus den ausgewogeneren Elementen bestimmte Harmonien, Begleitungen und Phrasierungen. Hugh benutzte bei seiner Kompositionstechnik verschiedene Kombinationen der Anfangsbuchstaben A, T, C, G der Nucleotiden (Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin), aus denen die DNA-Moleküle zusammengesetzt sind. Die Daten der menschlichen Erbgutinformation wurden in Segment-Einheiten aus den vier Buchstaben zerteilt. Die beiden ersten standen jeweils für die Höhe einer musikalischen Note, die beiden anderen für ihre Länge. Das daraus entstandene Stück "Music of The Human Genome" kann man über MP3.com bekommen.

Mehr in Telepolis: Genome Groove. (Hubert Erb) (fr)