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Klapp-Handy und mobile Surfstation

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Nokia 7700

Branchenprimus Nokia hat heute in Nizza seine Pläne für das mobile Internet erläutert und neue Handys vorgestellt. Mit dem mobilen Medien-Handy 7700 begründet Nokia eine neue Geräte-Gattung. Das Smartphone fällt mit seinem großen Touchscreen auf, der sich mit einer Auflösung von 640 × 320 Pixeln und 16 Bit Farbtiefe gut zur Darstellung von Webseiten eignen soll. Im ersten Live-Test der in Nizza präsentierten Prototypen ließen sich so selbst aufwändig gestaltete Webseiten mit erstaunlich hoher Bildschärfe auf dem Display betrachten. Bedient wird es über eine virtuelle Tastatur auf dem Display oder per Handschrift-Erkennung. Vom internen 64 MByte großen Speicher sollen zwischen 20 und 25 MByte für den Benutzer verfügbar bleiben. Ein Slot für Multimedia-Speicherkarten ist vorhanden.

Im 7700 kommt Symbian OS mit Nokias neuer Series-90-Plattform zum Einsatz. Entwickler-Software für Series 90 wurde in Nizza ebenfalls vorgestellt und steht auf Nokias Entwickler-Website nach Registrierung zum Download bereit.

Zur Ausstattung des 7700 gehören eine eingebaute VGA-Kamera (640 × 480 Pixel) und ein UKW-Radio. Player für die Video-Formate H.263 únd MPEG-4 sowie verschiedene Audio-Formate (MP3, AAC, WAV, MIDI und RealAudio) sorgen für Unterhaltung. Für die Kommunikation gibt es Kurzmitteilungen, MMS-Versand und ein E-Mail-Client für POP3, IMAP4 und SMTP-Server.

Als Surfstation für die Jackentasche versteht sich das 7700 nicht nur auf den Datendienst GPRS (General Packet Radio Service), mit dem es bis zu 53,6 kBit/s empfängt und 26,8 kBit/s sendet (Multislot-Klasse 10). Wahlweise stehen auch das verbindungsorientierte HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) und die in Deutschland bislang nicht verfügbare Netztechnik EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) zur Verfügung. Während HSCSD maximal 43,2 kBit/s aufs Handy transportiert, kann das 7700 via EDGE theoretisch sogar bis zu 236,6 kBit/s empfangen -- über viermal so schnell wie GPRS. Bislang kommt EDGE vor allem in den USA zum Einsatz. Als Triband-Handy funkt das 7700 auch in den dortigen 1900-MHz-GSM-Netzen.

Zu anderen Endgeräten nimmt das Multimedia-Handy via USB-Datenkabel, das an die Nokia-spezifische Handy-Schnittstelle Pop-Port angesteckt wird, oder über den Kurzstreckenfunk Bluetooth Kontakt auf. Das 7700 glänzt dabei unter anderem mit dem Bluetooth Audio Profil, sodass es sich auch mit funkenden Stereo-Headsets verbindet.

Nokia 7200

Weitere Projekte sollen den Status des 7700 als Medienzentrale unterstützen: In "Visual Radio" können Radiosender ihr Live-Programm mit interaktiven Informationen und Grafiken begleiten, die synchron zum UKW-Programm über GPRS geliefert werden. Als erster Anbieter will Kiss FM in Finnland ein solches Programm starten. Mit einem Ansteckmodul, das TV-Programme per IP-Streaming (DVB-H, Digital Video Broadcasting -- Handheld) empfängt, demonstrierte Nokia zudem die Nutzung des 7700 als mobiler Fernseher, dessen Programm mit interaktiven Angeboten zum Anklicken (Weblinks oder Telefonnummern) ergänzt werden kann. Das Nokia 7700 soll im zweiten Quartal 2004 zum Preis von rund 500 Euro erhältlich sein.

Mit dem 7200 erweitert Nokia seine Designpalette: Das 7200 ist das erste europäische Nokia-Handy mit Klappmechanismus und soll mit geschmackvollen Textil-Oberflächen überzeugen. Mit seinem 128 × 128-Pixel-Display reicht es jedoch nicht an asiatische Klapp-Handys von Samsung oder Panasonic heran. Dafür bietet es eine integrierte VGA-Kamera und ein UKW-Radio. Daten empfängt und versendet das 7200 via GPRS, HSCSD oder EDGE. Als Dualband-Handy funktioniert es jedoch nicht in US-amerikanischen GSM-Netzen. Für rund 400 Euro kommt es im ersten Halbjahr 2004 auf den Markt.

Speziell für E-Mail hat Nokia die Tastatur-Handys 6810 und 6820 angekündigt. Wie beim Vorgänger 6800 kommt die vollbelegte Qwertz-Tastatur erst beim Aufklappen des Gehäuses zum Vorschein. Beide Modelle bieten Bluetooth für PC-Anbindung und Bluetooth-Headsets. Das Nokia 6810 mit eingebautem UKW-Radio soll inm zweiten Quartal 2004 zum Preis von rund 250 Euro auf den Markt kommen. Das deutlich kleinere 6820 bietet kein Radio, dafür aber eine integrierte Kamera in VGA-Auflösung und erscheint im Frühjahr 2004 für rund 350 Euro.

Nokia 6230

Mit Merkmalen wie Videoaufnahme und Videostreaming, die bis vor kurzem noch den Smartphones vorbehalten waren, soll das klassische Triband-Handy 6230 im Frühjahr 2004 auftrumpfen. Sogar MMCards lassen sich in dem Mini-Handy verwenden, ein MP3-Player ist eingebaut. Das 6230 kommuniziert mit PCs und anderen Endgeräten via USB-Kabel, IrDA oder Bluetooth. UKW-Radio und VGA-Kamera sind eingebaut. Mit der Kamera lassen sich auch kurze Videos aufzeichnen. Einen Preis nannte Nokia bislang nicht. Anders als erwartet stellte Nokia keine neue Version des Communicators vor, unterstrich jedoch, dass weitere Modelle mit Symbian OS auf Basis der bisherigen Series 80-Benutzeroberfläche geplant seien. (Christian Just) / (rop)